Wespen
Schwarz-gelbe Plage abwehren
10.04.2011
Von Florian Junker
Mit den richtigen Tipps halten Sie die fliegenden Mitesser vom Gartentisch fern und genießen Ihr Essen allein. So wehren Sie Wespen wirklich ab...
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Schwarz-gelbe Fluggäste um Zwetschgenkuchen, Grillsteak und Co. sind jedes Jahr wieder ein Ärgernis. Teure Fallen aus dem Baumarkt, die je nach Modell mit Säften, Bier oder Gift bestückt werden, können Sie sich aber genauso sparen wie kostspielige Apotheken-Produkte. Denn es gibt ebenso einfache wie wirksame Tricks, die helfen, die schwarz-gelbe Plage in Grenzen zu halten und sogar schmerzhafte Einstiche zu lindern:
Neutral stylen
Damit man nicht selbst zum Lustobjekt eines Wespenvolkes wird, ist ein dezenter Geschmack hilfreich: dunkle und bunt gemusterte Kleidung, stark duftende Parfums oder Haarpflegeprodukte können anziehend wirken. Auch Schweißgeruch lockt die Tiere an. Frisch geduscht, mit neutralem Deo ausgestattet und möglichst hell gekleidet ist man für Wespen deutlich weniger attraktiv - und vermeidet ungeliebte Annäherungsversuche.
Ablenkungsmanöver planen
Nur in der direkten Umgebung ihres Wespennestes sind die Insekten eigentlich stechwütig. Sind sie weiter entfernt auf Nahrungssuche verteidigen sie sich nur in Notsituationen und die lassen sich vermeiden. Versuche haben ergeben, dass es sich lohnt, die Tiere frühzeitig zu bestechen. Eine Schale mit in Wasser verdünntem Honig oder einige überreife Weintrauben eignen sich bestens für die Korruption. Planen Sie ein Essen im Freien, stellen Sie also schon ein paar Tage im Voraus ein Ablenkungsstation in fünf bis zehn Metern Entfernung von der Sitzgruppe auf, dann haben Sie weniger schwarz-gelbe Gäste am eigentlichen Tisch.
Bedeckt halten
Je weniger reizvoll der Tisch für Wespen wird, desto besser. Speisen und Getränke deswegen möglichst bedeckt halten. Zum Beispiel immer einen tiefen Teller über den prall gefüllten Fleischteller stülpen, eine Untertasse auf das Glas mit frisch gepresstem Orangesaft platzieren etc. Oder Sie verpassen Ihrem Kuchen gleich einen Schokoladenüberzug. Für Menschen höchst appetitlich, für Wespen schlagartig uninteressant, da die Tiere nicht auf Schokolade stehen. Besonders gefährlich ist es, wenn Wespen in den Mund gelangen, dort zustechen und es zu Schwellungen kommt, die die Luftzufuhr behindern. Deswegen auch süße oder gehaltvolle Getränke unbedingt bedeckt halten. Bier- oder Limonadenflaschen nach einem herzhaften Schluck immer wieder mit dem Deckel verschließen, Getränke aus Gläsern zwischendurch (z.B. mit Bierdeckeln) abdecken.
Clever Dekorieren
Auch bei der Tischdeko lässt sich tricksen: Mit Nelken gespickte Zitronenhälften oder frische Basilikumtöpfe sehen nicht nur raffiniert und originell aus, der würzige Duft hält auch die Wespen fern. Viele schwören zudem auf die Wirkung von Kupfermünzen: Eine Handvoll Cent-Stücke auf dem Tisch verteilt soll für weniger Flugverkehr um die Kaffetafel sorgen. Auch wenn für die Wirksamkeit die wissenschaftliche Erklärung fehlt, scheint es zu funktionieren - und schaden kann es wohl kaum.
Langsam vertreiben
Wespen können Angst riechen und dadurch aggressiv werden. Wer also bei einer Attacke brav still hält, aber innerlich immer mehr in Panik gerät, kann die Sache sogar schlimmer machen. Die Tiere mit der Fliegenklatsche zu meucheln, könnte aber noch mehr in die Hose gehen. Denn beim Sterben können die Opfer durch Duftbotenstoffe zahlreiche Helfer herbeirufen. Ebenso wenig empfehlenswert: Wildes Fuchteln mit den Händen - das macht Wespen nur noch wilder. Wer heran fliegende Tiere „wegpusten“ möchte, strömt mit der Atemluft Kohlendioxid aus und ruft bei den Tieren Alarmsignale hervor. Wieder ein Risiko, dass Helfer herbei schwirren. In den allermeisten Fällen ist deswegen passiver Widerstand die beste Strategie. Kommen die Tiere unangenehm nahe, werden sie sanft weggeschoben. Wenn sich eine Wespe unter die Kleidung verirrt hat, ist es wichtig cool zu bleiben und ruhig abzuwarten, bis sie von selbst wieder herausfindet. Beim Ausziehen oder Herausschütteln werden die Tiere sonst oft eingequetscht, geraten in Panik und stechen dann zu.
Kinder schützen
Kinder sind besonders beliebte Wespen-Zielobjekte. Denn sie genießen bei Sommerfest und Schwimmbadbesuch nicht nur gern süße Limonaden oder Eis. Hat ein Kind mal einen schmerzhaften Stich abbekommen oder bei Freunden und Geschwistern miterlebt, geraten die Kleinen beim Anblick einer Wespe außerdem in Panik. Instinktiv versuchen sie, die Insekten mit Fuchteln, Herumtänzeln und Schreien zu vertreiben. Gerade das kann Wespen aber aggressiv machen. Schon bei Kindergartenkindern lohnt es sich deswegen, mit dem Nachwuchs zu üben, was man bei einem Wespenangriff tun sollte. Zum effektiven Kinderschutz außerdem den richtigen Umgang mit Süßem beibringen. Nach dem Eis schlecken unbedingt Mund und Hände abwaschen, klebrige Hautpartien locken sonst gierige Insekten an. Limonade am besten nie aus der Flasche trinken, sondern aus einem durchsichtigen Becher, idealerweise mit Strohhalm. Das ist lustiger und verhindert, dass eine in der Limo gestrandete Wespe aus Versehen verschluckt wird. Kleinkindern am besten nur Wasser oder ungesüßte Tees geben. Wenn das Kleine es mag, danach Schnulli in den Mund, so werden Stiche innerhalb des Mundes vermieden – die gefährlichste Form, weil durch Schwellungen im Rachen die Sauerstoffzufuhr beeinträchtigt werden kann. Babys im Kinderwagen oder Buggy mit einem Moskitonetz schützen, so können sie von Wespen unbelästigt schlummern.
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