Schlaftipps
Endlich gut schlafen
17.11.2011
Von Anja Lang
Wenn der ersehnte Schlaf nicht kommen mag, kann man sich stundenlang im Bett quälen oder aktiv was dagegen unternehmen. Lesen Sie hier, welche Tipps der Schlafexperte Dr. Peter Geisler bereithält, damit Sie wieder in den wohl verdienten Schlaf finden.
Etwa ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Schlaf. Dabei ist das individuelle Schlafbedürfnis so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Während der eine sich bereits nach fünf Stunden ausgeruht fühlt, braucht der andere zehn Stunden, um sich wieder fit zu fühlen.
Von Schlafstörungen spricht man dann, wenn das Einschlafen oder Durchschlafen über längere Zeit hinweg so stark gestört ist, dass dadurch auch die Wachphase am Tag beeinträchtigt wird. So fühlen sich Menschen ohne erholsamen Nachtschlaf tagsüber ständig müde, sind gereizt und unkonzentriert. Dazu kommen häufig noch körperliche Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder auch Herz-Kreislaufprobleme. Die Ursachen für einen gestörten Schlaf sind unterschiedlich. Oft spielen Stress oder auch psychische Belastungen eine Rolle.
Daneben gibt es aber auch körperliche Ursachen. „Wer unter Schlafstörungen leidet, der sollte auf keinen Fall gleich ein Schlafmittel einnehmen“, erklärt Dr. Peter Geisler, ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der psychiatrischen Universitätsklinik Regensburg und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (www.dgsm.de). “Schlafmittel bekämpfen nur die Symptome, nicht die Ursachen. Oft hilft es bereits einige Grundregeln zu beachten, damit es mit dem Schlafen wieder klappt.“ Hier worauf Menschen mit Schlafstörungen besonders achten sollten:
Koffein reduzieren
Koffein ist ein Wachmacher. Es steckt in Kaffee, Cola, schwarzem Tee und in Energy Drinks. Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte koffeinhaltige Getränke und koffeinhaltige Nahrungsmittel bereits ab Mittag meiden, rät Geisler. Fürs „Kaffeekränzchen“ am Nachmittag sollte man deshalb für eine gewisse Zeit besser auf Kräutertees oder koffeinfreien Kaffee umsteigen.
Nicht mit Zigarette ins Bett
Was viele nicht wissen, auch Nikotin zählt zu den Wachmachern. Deshalb sollten Raucher mit Schlafstörungen ihrem letzten Glimmstängel mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen genießen. Wer noch im Bett raucht, riskiert anschließend unfreiwillig noch längere Zeit wach zu bleiben.
Alkohol stört den Schlaf
„Alkohol ist das schlechteste Schlafmittel überhaupt,“ erklärt Schlafexperte Geisler. „Alkohol ist ein Narkotikum und hilft dadurch zunächst beim Einschlafen. Später aber stört Alkohol den gesunden Schlaf. Er kann die sogenannte REM-Phase – auch Traumphase genannt – unterdrücken und auch die Atmung stören.“ Damit ist der Schlaf qualitativ deutlich schlechter, als ohne Alkohol und der Patient fühlt sich auch nach etlichen Stunden Schlaf kaum erholt.
Maßvoll Abendessen
Ein „knurrender“ Magen lässt einen schwer zur Ruhe kommen. Das Gleiche gilt, bei Völlegefühl. Die letzte Mahlzeit des Tages sollte deshalb weder zu schwer, noch zu leicht sein oder gar komplett ausfallen. „Zu welcher Uhrzeit jemand sein Abendessen einnimmt ist Gewöhnungssache und für einen guten Schlaf weniger ausschlaggebend. Wichtig ist, dass man angenehm satt zu Bett geht“, weiß Geisler.
Medikamente überprüfen
Auch wachmachende Inhaltsstoffe in Medikamenten können den Schlaf stören. Treten Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen auf, sollte Patienten deshalb beim Hausarzt abklären, ob eine verordnete Arznei dafür die Ursache sein könnte.
Matratze, Decke und Co.
Wie man sich bettet, so liegt man. Eine Binsenweisheit, aber wer gut liegt, der schläft auch besser. Die Matratze sollte den Körper gut tragen können und nicht zu hart oder zu weich sein. Allgemeine Empfehlungen machen hier wenig Sinn. „Man muss sich selbst darauf wohlfühlen, dann ist es gut“, betont der Schlafexperte. Dasselbe gilt für die Bettdecke. Manche schlafen gern mit dickem Pyjama, andere nur leicht bekleidet oder gar nackt. Je nachdem ist eine dickere oder dünnere Zudecke nötig. Das gilt natürlich entsprechend auch für die optimale Raumtemperatur. „Hier habe ich keine Empfehlungen in Grad Celsius. Wichtig ist, dass man weder schwitzt noch friert und, vor allem keine kalten Füße bekommt, denn das stört den Schlaf fast immer“, erklärt Geisler.
Schlafzimmer nur zum Schlafen
Das Bett sollte möglichst nur zum Schlafen genutzt werden, nicht auch zum Essen, Fernsehen, Arbeiten, Telefonieren, etc.. Deshalb sollte man Fernseher, Computer, Telefon, etc. möglichst aus dem Schlafbereich verbannen. Andersrum sollte man aber auch nicht im Wohnzimmer auf der Couch schlafen. Der Körper braucht – gerade, was das Schlafen angeht – feste Regeln und Routine.
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