
Seit einigen Jahren können Apotheken den Preis für rezeptfreie Medikamente selbst bestimmen. Der Gesetzgeber wollte einen höheren Wettbewerb schaffen und Preisvorteile für die Kunden ermöglichen. Inwieweit diese Rechnung tatsächlich aufgegangen ist, hat die Verbraucherzentrale Nord-Rhein-Westfalen untersucht. Ergebnis: Der Wettbewerb bei den rezeptfreien Medikamenten ist noch zu wenig ins Rollen gekommen. Das gilt vor allem für Präsenzapotheken. Die größte Chance Arzneimittel günstig einzukaufen haben Patienten, die übers Internet bestellen. Trotz anfallender Versandkosten, sind hier die Produkte oft billiger als bei den Apotheken vor Ort.
Kaum Wettbewerb bei den Präsenzapotheken
Beispielhaft für den Markt der rezeptfreien Medikamente, wurden dazu die Preise von zwei besonders häufig verkauften und bekannten Produkten ermittelt. Insgesamt 500 Vor-Ort-Apotheken sowie 30 Online-Apotheken kamen auf den Prüfstand.
Somit scheint bei vielen Vor-Ort-Apotheken der Wettbewerb bei freiverkäuflichen Medikamenten immer noch ein echtes Fremdwort zu sein.
Versandapotheken oft billiger
Anders das Ergebnis bei den 30 untersuchten Online-Apotheken: Aspirin und Voltaren wurden bei allen Testkäufen zwischen fünf und 53 Prozent preisgünstiger angeboten, als vom Hersteller empfohlen. Im günstigsten Fall konnte man bei Aspirin bis zu 2,53 Euro und bei Voltaren bis zu 6,84 Euro sparen. Allerdings müssen hier immer noch Versandkosten in Höhe von 2,90 Euro bis sechs Euro hinzugerechnet werden. Trotz dieser Zusatzkosten, sind lediglich zwei Internetanbieter teurer, als die örtlichen Apotheken.