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Nierenerkrankungen

Test hilft bei Früherkennung

15.02.2011
Von Anja Lang
Der Mikroalbuminurietest ist ein sehr sensitiver Test zur Früherkennung von Nierenerkrankungen. Mit ihm lässt sich ein Nierenschaden schon besonders früh nachweisen. Leider gehört dieser Nierenfunktionstest noch nicht zum allgemeinen Vorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenkassen. Das heißt jedoch nicht, dass man für ihn tief in die Tasche greifen muss.
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Chronische Nierenerkrankungen sind in den westlichen Industrienationen rasant auf dem Vormarsch. Allein in Deutschland gibt es derzeit rund 75.000 Dialysepatienten und es werden ständig mehr. Nach groben Schätzungen könnte sich diese Zahl bis 2020 nahezu verdoppeln. Schuld daran ist der starke Anstieg von Diabetes- und Bluthochdruckerkrankungen. Sie stehen in enger Wechselwirkung zur nachlassenden Nierenfunktion.

"Das Problem ist nach wie vor, dass Nierenerkrankungen viel zu spät entdeckt und behandelt werden - mit dramatischen Folgen sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitsbudget", erläutert Prof. Dr. Jan Galle, Direktor der Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren in Lüdenscheid und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Das Heimtückische an der Krankheit: Ein Nachlassen der Nierenfunktion verläuft für den Patienten lange Zeit ohne besondere Symptome. Wenn nach Jahren irgendwann Beschwerden auftreten, ist es meist schon zu spät. Die Nieren sind unwiederbringlich geschädigt. "Früh erkannte Nierenerkrankungen können dagegen unter nephrologischer Betreuung zum Stillstand gebracht bzw. kann ihr Fortschreiten deutlich verlangsamt werden“, betont Galle.
Möglichkeiten der Früherkennung

Im Rahmen der Vorsorgepakete der gesetzlichen Krankenkassen ist bislang allerdings nur der vergleichsweise wenig sensitive Albuminurietest enthalten. Es handelt sich dabei um einen Urin-Streifentest, der den Albuminuriewert im Urin misst. Albumin ist ein Eiweiß, das von den Nieren eigentlich zurückgehalten werden sollte. Ist viel von diesem Eiweiß im Urin enthalten, zeigt das an, dass die Filterfunktion der Nieren nicht mehr richtig funktioniert, somit also eine Nierenschädigung vorliegt. Dieser standardmäßig im Kombistick, meist im Rahmen des 35-plus-Check-Up, durchgeführte Albuminurietest erfasst allerdings lediglich einen Albuminuriewert von über 200 mg pro Liter.

"Das kann man kaum als echte Früherkennung werten, denn schon zehnfach niedrigere Albuminverluste im Urin weisen auf einen beginnenden Nierenschaden hin. Und gerade in der Frühphase der Nierenschädigung haben wir Nephrologen noch echten Handlungsspielraum und können einer weiteren Nierenschädigung meist effektiv begegnen und so eine terminale Niereninsuffizienz oftmals ganz abwenden", erläutert Galle. Der Experte empfiehlt deshalb den Mikroalbuminurietest. Es handelt sich dabei um die wesentlich empfindlichere Variante des Urin-Streifentests. Dieser erfasst bereits einen Albuminuriewert von 20 bis 200 mg pro Liter und ist damit bis um den Faktor zehn sensibler. "Damit ist eine vernünftige Früherkennung möglich", resümiert Galle.
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