Masern
Unterschätztes Risiko
10.11.2011
Von Dr. Charlotte Gonschorrek
Besonders in diesem Jahr steigen die Masernerkrankungen sprunghaft. Kinderärzte plädieren schon seit langem für einen umfassenden Impfschutz bei Kindern. Alles zum Krankheitsverlauf, gesundheitlichen Risiken und Therapie- und Impfmöglichkeiten.
Masern sind eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch das Masern-Virus hervorgerufen wird. Dieses wird durch Tröpfcheninfektion – also von Mensch zu Mensch durch Niesen, Husten oder auch beim Sprechen – übertragen.
Typischerweise treten Maserninfektionen in der Kindheit auf, aber auch nicht immunisierte Erwachsene können die Krankheit bekommen, wobei der Verlauf häufig deutlich schlimmer ist als bei Kindern. Nach einer Infektion besteht lebenslange Immunität. Die Erkrankung ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Krankheitsverlauf
Die Erkrankung verläuft normalerweise in zwei Phasen. Nach einer Inkubationszeit von zehn bis 14 Tagen kommt es zunächst zu erkältungsähnlichen Erscheinungen:
- Entzündung der oberen Atemwege (Husten, Schnupfen, Heiserkeit),
- plötzlich einsetzendes Fieber bis 41 Grad Celsius,
- Kopf-, Glieder- und Bauchschmerzen,
- Bindehautentzündung, Lichtempfindlichkeit der Augen,
- bei der Hälfte aller Erkrankten erscheinen nach zwei bis drei Tagen sogenannte kopliksche Flecken, das sind kleine weiße Pünktchen, auf der Wangenschleimhaut.
Nach kurzfristigem Absinken des Fiebers kommt es zur zweiten Phase der Krankheit:
- erneutes Ansteigen des Fiebers bis zu 41 Grad Celsius
- Masern-typischer Ausschlag (hellrote, leicht erhabene, unregelmäßig begrenzte Flecken), der sich beginnend hinter den Ohren auf dem gesamten Körper ausbreitet.
Gesundheitliche Risiken
In der Regel klingen die Beschwerden nach weiteren vier bis fünf Tagen ab. Auch bei unkompliziertem Verlauf sind die Betroffenen aufgrund des geschwächten Immunsystems aber noch etwa sechs Wochen nach der Masern-Infektion anfällig für andere Infektionen. So treten etwa in 20 Prozent der Fälle bakterielle Superinfektionen wie Bronchitis, Mittelohrentzündung, Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen auf. In 0,1 Prozent der Fälle kommt es zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis), die bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten tödlich endet und bei weiteren 20 bis 30 Prozent bleibende Schäden hinterlässt.
Therapiemöglichkeit
Es gibt keine spezifische Therapie gegen das Masern-Virus. Die Therapie kann nur symptomatisch erfolgen:
- strenge Bettruhe in möglichst abgedunkelten Räumen
- viel trinken
- evtl. fiebersenkende Medikamente, Medikamente gegen Husten, Schmerzmittel, etc. einnehmen
- bei bakteriellen Superinfektionen (Bronchitis, Mittelohrentzündung, etc.) werden Antibiotika verschrieben.
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