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Implantate

Die Qual der Wahl

21.03.2012
Von Anja Lang
Die Versorgung mit Implantaten ist kostspielig und der Wettbewerb am Markt groß. Billiganbieter und Nachahmer versprechen satte Rabatte, neue Werkstoffe locken mit ästhetischen Vorteilen und sofortbelastbare Implantate sollen die Wartezeit verkürzen. Wie man durch den Dschungel der Implantatwelt findet.
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Die Zahl der Implantatsysteme ist unüberschaubar groß. Allein in Deutschland sind mehr als 100 Systeme auf dem Markt. Sie unterscheiden sich vielfach in Aufbau, Oberfläche, Größe und Design. Die Wahl des Implantats richtet sich dabei vor allem nach der Beschaffenheit des Kiefers und nach dem individuellen Anspruch des Patienten.

Durchgesetzt haben sich vor allem zylindrische und schraubenförmige Varianten aus Titan. Das bioverträgliche Material hat sich über Jahrzehnte bewährt. Es heilt relativ problemlos in den Knochen ein, ist stabil und gut verträglich. Fast alle Hersteller arbeiten inzwischen mit Titan als Werkstoff für Implantate, so auch die führenden Firmen im Dental-Implantate-Bereich, wie Astra Tech Dental, Camlog, Dentsply-Friadent, Nobel Biocare und Straumann.
Keramik im Kommen?

Einige Produzenten
bieten inzwischen aber auch Implantate aus Keramik an. Zirkonoxid heißt das Zauberwort. Es gilt ebenfalls als stabil und ebenfalls als sehr gut verträglich. Außerdem ist Zirkonoxid weiß und nicht grau wie Titan. Somit kommt es der natürlichen Zahnfarbe besonders nah und sorgt für optisch schöne Ergebnisse.

Die Idee, Keramik für Implantate zu verwenden, ist allerdings nicht neu. „Bereits 1975 kamen bei uns an der Uniklinik in Tübingen Implantate aus Keramik zum Einsatz“, erklärt Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI). „1990 haben wir damit allerdings aufgehört. Es gab zu viele Probleme mit der Einheilung und vor allem auch mit der Haltbarkeit. Einige Implantate sind schlichtweg zerbrochen.“ Die Stabilität soll mit Zirkonoxid kein Problem mehr sein, allerdings liegen dafür noch keinerlei Langzeitergebnisse vor. Die Einheilung ist nach wie vor ein Problem. Anders als bei Titan, kann die Oberfläche bei Zirkonoxid bislang nicht beschichtet und nicht so gut aufgeraut werden. Die Einheilung in den Kiefer dauert damit in der Regel etwas länger, als bei Titan.

Auch darf das Implantat während der sensiblen Phase der Einheilung nicht belastet werden. Dazu müssen spezielle Schienen getragen werden, um das Implantat vor zu früher Belastung zu schützen. Bei einer Einheilzeit von bis zu 24 Wochen, kann das für den Patienten reichlich strapaziös werden. Ein weiteres Minus: Bislang stehen hauptsächlich einphasige Keramik-Implantate zur Verfügung. Sie sind teurer als das Titan-Gegenstück. Es gibt inzwischen zwar auch Keramik-Implantate in zweiphasiger Ausführung. Wie stabil sich diese Verbindungen aber im jahrelangen Kaueinsatz verhalten, ist allerdings noch ungewiss.
 
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