Auch Erwachsene sollten sich regelmäßig impfen lassen. Denn viele Impfungen verlieren mit der Zeit ihre Schutzwirkung. Auch werden einige Impfungen erst mit zunehmendem Alter akut. Erfahren Sie hier welchen Impfschutz Sie als Erwachsener benötigen, wann Sie auffrischen sollten und was speziell für ältere Menschen gilt.
Mal Hand aufs Herz, wann waren Sie das letzte Mal beim Impfen? Die meisten kommen bei dieser Frage reichlich ins Grübeln. Denn nicht selten liegt die letzte Impfung schon viele Jahre zurück. Regelmäßig geimpft wird in der Regel im Kindesalter im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen. Hier haben die meisten noch einen vollständigen Schutz. Mit den Jahren nimmt dieser Schutz aber kontinuierlich ab. So konnte im Rahmen von arbeitsmedizinischen Routineuntersuchungen an 11.000 Erwachsenen im Jahre 2003 in Schleswig Holstein festgestellt werden, dass bei den unter 20-Jährigen noch 77 Prozent einen kompletten Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus und Polio besaßen. Bei den über 60-Jährigen hingegen betrug dieser Anteil gerade mal noch 33 Prozent.
Tückische Sicherheit
Auch wenn Krankheiten, gegen die
geimpft werden kann, hierzulande inzwischen relativ selten vorkommen, heißt das nicht, dass man sich nicht mehr infizieren kann. Das Tetanus-Bakterium zum Beispiel tritt weltweit auf und ist praktisch überall vorhanden. Er befindet sich in Böden und gelangt über Wunden in den Körper. Menschen können sich über fast jede Art von Verletzung infizieren - auch durch kleine Wunden und Kratzer, wie sie zum Beispiel bei der Gartenarbeit entstehen. Bei einer Infektion erstarrt die Muskulatur des gesamten Körpers krampfartig - daher auch der Name Wundstarrkrampf. Weltweit überlebt nur etwa jeder zweite diese Erkrankung. Aber auch an sich harmlose Kinderkrankheiten, wie Röteln, Mumps oder Windpocken können bei Erwachsenen schwere Verläufe annehmen. Infizieren sich Schwangere, kann das beim Ungeborenen zu massiven körperlichen Missbildungen führen oder auch zu einer Fehlgeburt.
Die Masern gelten ebenfalls als Kinderkrankheit, jedoch nicht als harmlose, denn sie können erhebliche Komplikationen und Folgekrankheiten mit sich bringen. Rund 800 bis 1.000 Menschen stecken sich in Deutschland von Jahr zu Jahr neu an. Für fünf bis zehn von ihnen endet die Krankheit tödlich. Um immer wieder auftretende Masernepidemien einzudämmen, empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut deshalb seit neuestem auch für alle nach 1970 Geborenen, bei denen der Impfstatus unklar ist, die Masern-Impfung.
Die ständige Impfkommission
Die ständige Impfkommission (STIKO) (www.rki.de) besteht aus insgesamt 16 Impfexperten, die das Bundesministerium für Gesundheit beruft. Sie ist Teil des Bundestinstituts Robert-Koch-Institut in Berlin. Die STIKO wurde 1972 erstmalig beim damaligen Gesundheitsministerium eingerichtet. Seither gibt sie jährlich aktuell geltende Impfempfehlungen in Form eines sogenannten Epidemiologischen Bulletins heraus. Auf Grundlage dieser Empfehlungen erstellt der gemeinsame Bundesausschuss dann die sogenannten Schutzimpfungsrichtlinien.