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Grüner Star

Zwanzig Euro schützen vor der Erblindung

13.02.2011
Von Anja Lang
Grüner Star oder auch Glaukom, wie der Augenarzt sagt, ist hierzulande eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Grobe Schätzungen gehen von etwa drei Millionen Betroffenen aus, die zumindest an der Vorstufe leiden. Rechtzeitig erkannt, kann grüner Star relativ einfach behandelt werden. Frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen schützen und kosten nicht viel.
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Die Erkrankung entsteht meist durch einen zu hohen Innendruck im Auge. Dadurch wird der Sehnerv geschädigt, was zu einer zunehmenden Einschränkung des Blickfeldes führt. Der Sehverlust verläuft dabei schleichend von außen nach innen und führt zu einer Art Tunnelblick. Nur noch im Zentrum entsteht ein Bild. Rechts und links davon wird nichts mehr wahrgenommen. An letzter Stelle steht die völlige Erblindung.

Zunächst keine Symptome

Das Heimtückische daran: Die Augenkrankheit verläuft lange Zeit für den Patienten völlig symptom- und schmerzfrei. Trotzdem werden bereits in dieser Zeit irreparable Schäden angerichtet. Die Betroffenen merken davon nichts, denn das Gehirn kann den entstandenen Sehverlust lange Zeit ausgleichen. Werden Probleme bemerkt, ist das Glaukom meist schon in einem fortgeschrittenen Stadium und Teile des Sehnervs sind unwiederbringlich zerstört. Eine wirksame Waffe gegen die Krankheit ist deshalb die Vorsorge beim Augenarzt. Nur er kann sicher feststellen, ob Vorstufen oder bereits eine Erkrankung vorliegen oder auch nicht.

Vorsorgeuntersuchung: Schnell und schmerzfrei

Die Früherkennungsuntersuchung ist schmerzfrei und dauert nicht lange. Sie enthält neben einer Anamnese, also der Befragung zur Vorgeschichte des Patienten, eine Untersuchung des Sehnervs, des Gesichtsfeldes sowie eine Augeninnendruckmessung. Die einfache Augeninnendruckmessung, die auch von Augenoptikern angeboten wird, ist dafür kein Ersatz. Denn zum einen schwankt der Druck im Tagesverlauf, zum anderen ist der erhöhte Innendruck zwar der häufigste, aber eben nur ein Risikofaktor bei dieser Augenkrankheit. So können auch krankhafte Störungen der Durchblutung für ein Glaukom verantwortlich sein.

Kasse zahlt nur bei konkretem Verdacht

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die ärztliche Vorsorgeuntersuchung bislang nicht. Die Glaukom-Früherkennung wird deshalb als individuelle Gesundheitsleistung ("IGeL") angeboten, für die der Patient selbst aufkommen muss. Sie kostet zwischen 16 und 20 Euro. Die Kasse übernimmt diese Kosten nur, wenn konkrete Verdachtsmomente bestehen, dass ein Glaukom vorliegt. Sinnvoll ist das Screening ab einem Alter von 40 Jahren sowie für jene, bei denen in der Familie bereits Fälle von Glaukom aufgetreten sind. Untersuchen lassen sollten sich auch Diabetiker, Menschen, die stark kurzsichtig sind sowie Personen, die über einen längeren Zeitraum Kortison eingenommen haben. Zur Risikogruppe zählen außerdem Personen mit niedrigem Blutdruck und/oder Durchblutungsstörungen.

Risiko steigt mit dem Alter

Die Häufigkeit der Erkrankungen nimmt übrigens mit steigendem Alter zu. Für gesunde Personen ohne Befund ab 40 Jahren, empfiehlt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) deshalb eine Wiederholungsuntersuchung im Abstand von etwa drei Jahre. Menschen, die 65 Jahre alt und älter sind, sollten sich möglichst alle ein bis zwei Jahre durchchecken lassen. Rechtzeitig erkannt, kann grüner Star relativ einfach mit Medikamenten in Form von Augentropfen behandelt werden. Das zeigt in fast 80 Prozent der Fälle Wirkung. Wird mit den Tropfen keine zufriedenstellende Besserung erreicht, ist noch eine operative Behandlung oder auch eine Behandlung mit dem Laser möglich. Sind bereits Schäden entstandenen, können diese allerdings nicht wieder rückgängig gemacht werden. Beste Aussichten hat, wer die Krankheit möglichst früh erkennt und mit der Therapie beginnt!
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