Gesunde Zähne
Was die Ernährung ausmacht
14.02.2012
Von Anja Lang
Wer gesunde Zähne haben möchte, muss diese nicht nur ordentlich putzen, sondern auch das Richtige essen. Was auf den Speiseplan gehört, um die Zähne aufzubauen und zu härten. Und welche Nahrungsmittel man eher meiden sollte, um sie nicht zu schwächen.
Man ist, was man isst. Das gilt nicht zuletzt auch für die Zähne. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers, aber bei jedem Biss und jedem Schluck ist er mehr oder weniger großen Attacken ausgesetzt. Wer hier dauerhaft sündigt, merkt das früher oder später an freiliegenden Zahnhälsen, Karies und Zahnfleischbluten.
Naschpausen sind erlaubt
Zu viele Süßigkeiten sind schlecht für die Zähne. Das wissen selbst kleine Kinder schon. Dabei ist es eigentlich nicht die Süße, die schadet, sondern das Saure, was daraus entsteht. Kariesbakterien in unserem Mund ernähren sich nämlich von Kohlenhydraten, die wir in Form von Zucker und Stärke als Mehl, Nudeln Kartoffeln, etc. zu uns nehmen. Beim „Verdauen“ dieser Kohlehydrate durch die Bakterien entsteht dann Milchsäure. Diese Säure ist hochaggressiv, greift den Schmelz an und führt schließlich zum Kariesloch. Je mehr Kohlehydrate zur Verfügung stehen, desto stärker können sich die Bakterien im Mund vermehren und produzieren wiederum um so mehr Säure.
Dabei ist die Wirkung um so schädlicher, je länger sie andauert. Im Klartext heißt das: Lieber eine oder zwei ausgiebige Naschpausen am Tag genießen, als ständig kleinere Portionen Süßes zu sich zu nehmen. Dabei sollte man auch auf „versteckten“ Zucker achten, wie er in Lebensmitteln vorkommt, die eigentlich gar nicht süß schmecken, wie zum Beispiel Ketchup und Senf oder auch Chips und Salzgebäck, die zudem noch hervorragend an den Zähnen haften bleiben und damit einen besonders guten Nährboden für Kariesbakterien bieten. Zahnschädigend sind vor allem auch süße Getränke, die die Zähne regelrecht umspülen. Auch hier gilt: Der kurzfristige Genuss ist unbedenklich, vor allem, wenn man sich anschließend die Zähne putzt oder zumindest einen zahnpflegenden Kaugummi verwendet. Gefährlich wird’s beim Dauergenuss, bei dem der Schmelz sich nicht wieder „erholen“ kann und ständigen Säureattacken ausgeliefert ist.
Achtung bei Obst und Säften
Auch säurehaltige Lebensmittel, wie Obst, Fruchtsäfte oder Salatsoßen – vor allem aber auch zitronen- und phosphorsäurehaltige Getränke, wie Cola oder Limo, können die Zähne schädigen. Und das, ohne, dass Bakterien beteiligt sind. Denn die Säure löst Mineralien aus dem Schmelz und macht ihn weich, brüchig und anfällig. Direkt nach dem Genuss von sauren Lebensmitteln sollte man sich deshalb nicht gleich die Zähne putzen. Der enthärtete Schmelz würde dadurch regelrecht abgerieben. Experten raten damit eine halbe, oder besser noch eine Stunde, zu warten und den Mund zunächst mit klarem Wasser zu spülen, um die Säurewirkung zu verdünnen. Ratsam ist auch eine Mundspüllösung zu verwenden oder einen Zahnpflegekaugummi zu kauen. Letzteres regt den Speichelfluss an, was ebenfalls die Säurewirkung neutralisiert. Zusätzlich sorgen die in der Spucke enthaltenen Enzyme für eine Remineralisierung des Schmelzes.
Käse und Tee schützen
Unser Zahnschmelz besteht zu großen Teilen aus Kalzium und Phosphat. Lebensmittel, die reich an diesen Mineralstoffen sind, wirken sich deshalb positiv auf die Zahngesundheit aus. Wer seinen Zähnen etwas Gutes gönnen will, sollte deshalb vermehrt zu Grünkohl, Fenchel, Brokkoli, Nüssen, Milch und Milchprodukten greifen. Vor allem Käse wird eine positive Wirkung auf die Zähne nachgesagt. So schützt das enthaltene Fett vor Säureangriffen, weshalb man zu Wein – im Sinne der Zähne – auch Käse essen sollte. Außerdem sorgt der hohe Anteil an Calcium dafür, dass beim Kauen verlorengegangene Mineralien wieder aufgefüllt werden.
Auch schwarzem und grünem Tee wird eine zahnschützende Wirkung zugeschrieben. Denn die enthaltenen Gerbstoffe hemmen nachweislich das Wachstum von Kariesbakterien und vermindern somit die Säureproduktion im Mund. Eine ähnliche Wirkung sollen auch roten Weintrauben haben, da sie ebenfalls viele Polyphenolen enthalten.
Zahngesunde Ernährung
Die Basis zahngesunder Ernährung ist eine gesunde Mischkost, die viele Vollkornprodukte und Gemüserohkost enthält. Das fördert kräftiges Kauen und damit auch die grobe Selbstreinigung der Zähne. Vor allem aber wird der Speichelfluss anregt, wodurch Säuren neutralisiert und fehlende Mineralien wieder aufgefüllt werden können.
Zucker- und stärkehaltige Lebensmittel sollten möglichst nur zu den Hauptmahlzeiten verzehrt werden. Anschließend sollte man die Zähne reinigen. Dasselbe gilt für zuckerhaltige Getränke. In den Zwischenzeiten sollte man zu Wasser greifen und möglichst auch auf Naschereien verzichten.
Saure Lebensmittel lösen den Zahnschmelz an, deshalb sollte man hier mit dem Putzen mindestens 30 Minuten warten. Einige Nahrungsmittel wirken sich besonders positiv auf die Zahngesundheit aus: So härten kalziumreiche Lebensmittel den Zahnschmelz. Fette schützen vor Säureangriffen und Fluoride und Polyphenole in Schwarz- und Grüntee sowie in roten Weintrauben hemmen das Wachstum von Kariesbakterien.
Wer gesunde und gleichmäßig weiße Zähne haben will, muss in erster Linie für die richtige Pflege sorgen. Zudem sind ein guter Zahnarzt und die richtige Therapie unerlässlich.
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