Fahrrad kaufen
Wer welches braucht
11.10.2011
Von Isabell Noé
Ein Fahrrad auszusuchen ist gar nicht so einfach. Bevor Sie sich auf den Weg zum Händler machen, sollten Sie erstmal überlegen, was Sie mit dem Rad eigentlich vorhaben. Denn vermeintlich wichtige Komponenten wie Federgabel, Scheibenbremse oder 27-Gang-Schaltung braucht längst nicht jeder.
Rund 460 Euro zahlt ein durchschnittlicher Fahrradkäufer für sein neues Zweirad. Die Zahl ist allerdings wenig aussagekräftig, denn in ihr sind auch Kinderräder und Billigräder aus dem Baumarkt enthalten. Für ein Alltagsrad aus dem Fachhandel gaben die Deutschen 2010 im Schnitt knapp 620 Euro aus. Dafür darf man dann auch schon ein vernünftiges Zweirad erwarten. Wenn Sie ein vernünftiges Alltagsrad suchen, sollten Sie wissen, worauf es ankommt, um kein Geld für Überflüssiges auszugeben.
Räder für den Alltag
Ob Arbeitsweg, Sport, Radtouren oder Einkäufe - am Anfang steht immer die Frage: „Was will ich mit dem Rad machen“? Wenn Sie ein praktisches Alltagsvehikel suchen, brauchen Sie kein Geländefahrzeug und keine Rennmaschine, sondern ein verkehrssicheres Rad mit möglichst langlebigen Komponenten, auf dem Sie gut sitzen. Besonders bequem ist das Fortkommen auf einem Tourenrad – nicht zu verwechseln mit dem Reiserad. Während letzteres besonders für lange Strecken und viel Gepäck konstruiert ist, ist das Tourenrad ein guter Begleiter für die Stadt – deshalb hat sich inzwischen auch die Bezeichnung „Citybike“ durchgesetzt.
Paradebeispiel für ein Tourenrad ist das Hollandrad. Der Einstieg ist – zumindest bei Damenmodellen – tief und man sitzt aufrecht. Das ist nicht gerade sportlich, aber rückenschonend. Meistens haben Tourenräder eine Nabenschaltung. Wenn Sie etwas sportlicher durch den Alltag rollen wollen, kommt ein Trekkingbike in Frage. Trekkingbikes sind eine Art „gezähmtes“ Mountainbike. Die Reifen sind nicht ganz so breit, aber Sie kommen damit über leichte Schotterpisten und Waldwege, bei Schaltung und Bremsen werden in der Regel Mountainbike-Komponenten verbaut. Manchmal werden Trekkingbikes ohne Schutzbleche und Gepäckträger angeboten. Das ist zwar sportlicher, aber nicht unbedingt alltagstauglich. Gegen einen Preisaufschlag wird Ihr Fahrradhändler nachrüsten.
Wichtig ist nicht nur, wofür Sie Ihr Rad brauchen, sondern auch wie oft. Auch davon hängt es letztlich ab, wie viel Geld Sie investieren müssen. Gelegenheitsfahrer können mit einem Rad für unter 500 Euro möglichwerweise glücklich werden. Wenn Sie Ihr Rad dagegen als vollwertiges Verkehrsmittel nutzen, dann müssen Sie auf hochwertige Komponenten setzen. Die sind zwar anfangs teurer, aber auch haltbarer. Langfristig zahlt sich die Investition also aus.
Kaufen – wann und wo?
Die beste Zeit für den Fahrradkauf ist jetzt: Im Herbst und Winter räumen die Händler ihre Lager, um Platz für die neuen Modelle zu schaffen. Im Winter kaufen hat auch noch einen anderen Vorteil: Der Händler hat weniger zu tun. Zum Start der Fahrradsaison ist der Ansturm groß und sie müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Kommen Sie am besten unter der Woche und nicht kurz vor Feierabend, da ist die Lage meist entspannter. Ein guter Händler wird sich auf jeden Fall ausreichend Zeit für die Beratung nehmen und Ihnen das Rad vielleicht für eine längere Probefahrt überlassen. Auch nachträgliche Änderungen wie Lenker kürzen oder Sattel tauschen sollten kein Problem sein.
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