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Erkältungsmittel

Welche wirklich wirken

19.10.2011
Von Anja Lang
Husten, Halskratzen, heiße Stirn, Triefnase und Co – jeder kennt sie, die unerfreulichen Anzeichen für einen grippalen Infekt. Linderung und Hilfe versprechen diverse Medikamte, die man rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann. Lesen sie hier, welche wirklich was taugen und welche man sich eher sparen kann.
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Ist ein grippaler Infekt im Anmarsch, greift man gerne zu Erkältungsmitteln. Sie können den Infekt zwar nicht wirklich verkürzen, aber die Beschwerden zumindest mehr oder weniger gut lindern. Wie gut hat Stiftung Warentest untersucht und dabei Grippemittel, Mittel gegen Schnupfen, gegen Schmerzen und Fieber sowie gegen Husten und homöopathische Präparate unter die Lupe genommen.

Allrounder weniger empfehlenswert

Immer wieder verlockend sind Medikamente, die gegen alle Grippesymptome auf einmal helfen, sogenannte Allround-Präparate. Doch solche Grippemittel sind in der Regel wenig sinnvoll. Sie kombinieren meist eine Vielzahl von Wirkstoffen, die unerwünschte Nebenwirkungen auslösen können. Besser ist es, laut Stiftung Warentest, gezielt gegen die Symptome vorzugehen.

Bei Nasensprays die Hälfte sparen

Bei Schnupfen geeignet sind vor allem Sprays und Tropfen vom Typ Xylometazolin. Sie lassen die Schleimhäute abschwellen, so dass man wieder frei durchatmen kann. Das geht für 4,61 Euro mit dem Olynth 0,1% N Schnupfen Dosierspray. Aber auch schon für 2,56 Euro mit dem Nasenspray-CT 0,1 %.

Schmerzmittel gibt´s gut und günstig

Gegen Schmerzen und Fieber helfen blutverflüssigende Wirkstoffe, wie Acetylsalizylsäure, Parazetamol und Ibuprofen. Während bei Acetylsalizylsäure und Parazetamol nur geringe Preisunterschiede zwischen den unterschiedlichen Marken auszumachen sind, spart man beim günstigsten Ibuprofen Atid 200 mg akut für 1,54 Euro gegenüber dem teuersten Ibuprofen axcount 200 mg akut für 1,98 Euro immerhin 44 Cent pro Packung.

Hustensäfte sind nicht alle „empfehlungswert“

Bei Husten und Bronchitis kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die das Abhusten erleichtern: Ambroxol und Azetyzystein.

Die Verbraucherzeitschrift hat sie allerdings nur als „mit Einschränkung geeignet“ eingestuft, da die Wirksamkeit noch nicht ausreichend belegt ist. Ambroxol ist meist in Form von Hustensaft oder -sirup erhältlich. Der Preis ist relativ stabil. Gerade mal 23 Cent lassen sich vom teuersten zum billigsten Produkt einsparen. Anders bei Azetylzystein, das es vor allem in Form von Brause- und Trinktabletten zu kaufen gibt. So bekommt man das NAC 200 akut 1A Pharma bereits für 3,51 Euro, während man für den NAC ratiopharm akut 200 mg Hustenlöser 4,45 Euro locker machen muss.

Was homöopthische Präparate leisten

Aber nicht nur chemische Arzneimittel helfen gegen die lästigen Begleiterscheinungen einer Erkältung. Immer beliebter werden auch pflanzliche Präparate, homöopathische Zubereitungen und anthroposophische Medizin. Die vorliegenden wissenschaftlichen Studien kommen allerdings zu widersprüchlichen Ergebnissen. Stiftung Warentest empfiehlt einige alternative Medikamente, diese allerdings nur „mit Einschränkung geeignet“. Darunter Echinacea, den Extrakt aus Wurzel und Kraut des Sonnenhuts. Es soll das Immunsystem stärken und Erkältungen erst gar nicht zum Ausbruch kommen lassen. Sinnvoll ist der Einsatz bei den allerersten Krankheitsanzeichen, wie Nasenkribbeln und rauem Hals. Umckaloabo gilt als pflanzliches Antibiotikum. Außerdem soll es schleimlösend und immunstimulierend wirken. Bakterienzubereitungen, wie Symbioflor 1, sollen wie eine Art Impfung das Immunsystem dazu anregen, vermehrt Abwehrstoffe gegen Erkältungsviren zu bilden. Sinnvoll ist der Einsatz bei ständig wiederkehrenden Infekten.

Vorsicht bei manchem Hausmittel

Daneben haben aber auch Hausmittel haben immer noch Konjunktur. So bewähren sich Kräutertees und heiße Zitrone gut bei Halsschmerzen, Salzlösungen und Nasendusche gut bei Schnupfen und Inhalationen mit Kamille oder Salz zum Lösen bei hartnäckigem Husten. Das Einreiben mit ätherischen Ölen bewertet Stiftung Warentest als „nur eingeschränkt empfehlenswert“. Für Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren sind sie absolut tabu, da sie einen Atemstillstand hervorrufen können. Das beste und billigste Mittel ist immer noch Ruhe. Zwei Tage im Bett können manchmal Wunder wirken.

Wer es gar nicht soweit kommen lassen möchte, der hat die Möglichkeit sich gegen das Grippevirus Influenza impfen zu lassen. Empfohlen wird die Impfung für ältere Personen über 60 Jahren, chronisch Kranke sowie Personen, die beruflich viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Grundsätzlich können alle Erwachsenen und Kinder ab sechs Monaten geimpft werden. Der Impfschutz hält etwa ein halbes Jahr. Für die oben genannten Risikogruppen ist die Impfung kostenlos, aber auch in den meisten anderen Fällen wird der Preis von etwa 30 Euro von den Krankenkassen übernommen.
 

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