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E-Zigaretten

Rauchen, wo es verboten ist

02.02.2012
Von Anja Lang
E-Zigaretten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Denn – anders als ihre qualmenden Brüder – werden E-Zigaretten nicht verbrannt, sondern das enthaltene Nikotin wird verdampft. Dabei entsteht weder Teer noch Gestank. Deshalb dürfen E-Zigaretten vielerorts auch dort konsumiert werden, wo Rauchen sonst strikt verboten ist: im Restaurant, im Flugzeug, selbst am Arbeitsplatz.
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Die heutige Version der E-Zigarette wurde in China entwickelt und 2004 auf den Markt gebracht. Die elektrische, elektronische oder einfach kurz nur E-Zigarette genannt, besteht äußerlich aus einem Kunststoffgehäuse, das in Form und Größe einer herkömmlichen Zigarette stark nachempfunden ist. Im Inneren befindet sich ein elektrischer Verdampfer und ein kleiner, wieder aufladbarer Akku als Stromquelle, außerdem eine auswechselbare Kartusche mit einer Flüssigkeit – dem sogenannten Liquid - und Steuerungselektronik.

Das Liquid – also die zu verdampfenden Inhaltsstoffe - gibt’s in Form von sofort benutzbaren Kartuschen oder auch flüssig zum Nachfüllen. Es besteht größtenteils aus Propylenglycol, einem Trägerstoff, der für den Nebel sorgt, sowie einer Vielzahl an möglichen Aromastoffen und Nikotin. Was die Geschmacksrichtungen angeht, sind der Auswahl kaum Grenzen gesetzt. So gibt es, neben verschiedenen Tabakaromen, auch diverse Fruchtaromen, wie Apfel, Erdbeere, Ananas oder Zitrone. Aber auch Schokolade, Lakritze, Menthol oder auch Rum stehen zur Verfügung, um nur einige Beispiele zu nennen. Die verschiedenen Geschmacksrichtungen sind mit unterschiedlich hohen Mengen an Nikotin kombiniert. Es gibt sie aber auch komplett nikotinfrei.

So funktioniert die E-Zigarette

Aktiviert wird die E-Zigarette durch Saugen am Mundstück. Ein Sensor veranlasst dann, dass die enthaltene Flüssigkeit unter Wärmeeinwirkung vernebelt wird. Der Raucher kann diesen Nebel dann inhalieren oder paffen und anschließend, wie beim Tabakrauchen, wieder ausblasen. Bei vielen Modellen simuliert zusätzlich noch eine Leuchtiode an der Spitze ein Glimmen, wie beim richtigen Rauchen. Wird nicht mehr an der Zigarette gezogen, schaltet sie sich automatisch ab.

Pro und Contra

Steigende Tabakpreise und die Tatsache, dass Raucher zunehmend aus dem öffentlichen Leben verdrängt werden, lassen immer mehr Deutsche zur rauchfreien Alternative greifen. Mehr als eine Million sind es derzeit – Tendenz steigend. Für viele zählen vor allem drei Argumente. Wir wollten wissen, was an diesen Argumenten dran ist.

Elektrisch Rauchen ist „gesünder“

Beim Verbrennen einer herkömmlichen Zigarette entstehen mehr als 4.000 chemische Substanzen. Etliche von ihnen sind hochgiftig und krebserregend, wie zum Beispiel Teer, Kohlenmonoxid, Benzol, Arsen und Polonium. Diese Stoffe fehlen beim Konsum einer E-Zigarette oder werde in wesentlich geringerem Maße abgegeben. Insoweit ist die E-Zigarette zwar nicht gesünder, zumindest aber weniger gesundheitsgefährdend, als die Tabakzigarette, zumindest, was die Anzahl an giftigen Stoffen betrifft.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum, etliche Krankenkassen und führende Gesundheitspolitiker warnen allerdings vor den möglichen Gesundheitsschäden durch die E-Zigarette. Denn in der Regel wird Nikotin verdampft, ein starkes Nervengift, das abhängig macht und ähnlich hoch dosiert ist, wie in Tabakzigaretten. Besonders in der Kritik steht hierbei die unzureichende Kennzeichnung der genauen Inhaltsstoffe des Liquids. So ist für den Verbraucher mit den Bezeichnungen „niedrig“ oder „hoch“ nur schwer zu erkennen, wie viel Nikotin er beim Genuss nun tatsächlich aufnimmt.

Wie sich der Hauptbestandteil des Liquids, das Propylenglykol, auf die Gesundheit auswirkt, ist noch unzureichend untersucht. Propylenglykol ist als Zusatzstoff für Nahrungsmittel und Kosmetikprodukte zwar zugelassen und gilt beim Verzehr und äußerlich aufgetragen auch als unbedenklich. Anders ist das, wenn der Stoff inhaliert wird, wie das zum Beispiel bei Nebelmaschinen in Diskotheken der Fall ist. Hier wurden Atemwegsreizungen festgestellt. Auch Lungenfachärzte warnen vor schädlichen Auswirkungen. So wies die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie auf eine kürzlich veröffentlichte Studie hin, bei der 30 Raucher nach fünf Inhalier-Minuten deutlich verengte Atemwege hatten.
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