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Dioxin

Schleichende Lebensgefahr

27.01.2012
Von Anja Lang
Lebensmittelskandale bringen es buchstäblich immer wieder in unser aller Munde: Dioxin. Eine der giftigsten und tückischsten Substanzen überhaupt. Denn Dioxin kann man weder sehen, noch schmecken, noch riechen. Hier, was Dioxin im Körper auf Dauer anrichtet und wie man sich schützen kann.
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Dioxin ist kein einzelner Stoff, sondern ein Sammelbegriff für eine Gruppe von über 200 chemisch ähnlich aufgebauten chlorierten Verbindungen. Diese Dioxine und die mit ihnen verwandten Furane sind allesamt sehr giftig, allerdings jeweils unterschiedlich stark. Einige von ihnen zählen zu den giftigsten chemischen Stoffen überhaupt. So zum Beispiel die Dioxinverbindung TCDD (2,3,7,8-Tetrachlor-Dibenzo–p-Dioxin), die bei dem Chemie-Unfall in Seveso 1976 freigesetzt wurde und auch im Entlaubungsmittel „Agent Orange“ im Vietnam-Krieg zum Einsatz kam.

Woher kommt Dioxin?

Dioxin wird nicht extra hergestellt. Es entsteht unerwünschterweise bei allen Verbrennungsprozessen über 300 Grad Celsius, bei denen Chlorverbindungen produziert oder verwendet werden. So entstehen Dioxine zum Beispiel zwangsläufig bei der Herstellung und Entsorgung von PVC, bei der Verbrennung von Hausmüll und vor allem auch bei der von Sondermüll, bei der Papier- und Zellstoffbleiche mittels Chlor, in der Chemieproduktion oder auch bei Produktionsprozessen in der Metallindustrie. Dioxine entstehen aber auch bei natürlichen Vorgängen wie Waldbränden und Vulkanausbrüchen, bei der Holzverbrennung, z.B. in Kaminöfen, beim Verbrennen von Benzin in Automotoren oder beim Abbrennen von Zigaretten. Bei Temperaturen von über 1.000 Grad können Dioxine zerstört werden.

Warum ist Dioxin so gefährlich?

Das Tückische an Dioxinen ist, dass man sie nicht sieht und nicht riecht und nicht schmeckt. Schon winzigste Mengen im Millionstelgramm-Bereich können sich verheerend auswirken. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die Menge an Dioxin, die eine Million Menschen insgesamt über ein Jahr lang aufnehmen, nicht größer als ein Reiskorn sein. Dioxine sind zudem auch noch sehr langlebig. Da sie quasi wasserunlöslich sind, können sie vom Organismus nicht einfach ausgespült werden. Einmal in den Körper gelangt, wird man sie nur schwer wieder los. Sie lagern sich vor allem im Fettgewebe und der Leber, aber auch in der Muttermilch an und werden dort nur sehr langsam abgebaut. Experten schätzen die Halbwertszeit, also die Zeit bis sich der Gehalt an Dioxin um etwa die Hälfte verringert hat, auf sieben bis elf Jahre.

Was richtet Dioxin im Körper an?

Eine akute Vergiftung mit hohen Dosen an Dioxin, wie zum Beispiel bei einem Chemieunfall, führt erstmal zu Übelkeit, Erbrechen und einer starken Reizung der oberen Luftwege. Außerdem kommt es zur sogenannten Chlorakne, einer schweren Hauterkrankung, die zur dauerhaften Pustelbildung und anschließenden entstellenden Narben führt. Prominentestes Opfer einer schweren Dioxinvergiftung ist der ehemalige ukrainische Präsidentschaftskandidat Viktor Juschtschenko, auf den 2004 ein Attentat verübt wurde. Die Bilder seines entstellten Gesichts gingen um die Welt. Den Anschlag damals überlebte er nur knapp. In welcher Dosis Dioxin beim Menschen zum Tod führt, ist nicht genau bekannt. Dioxin gilt eher als schleichendes Gift, das schon in geringsten Mengen lebenswichtige Organe – vor allem die Leber und die Bauchspeicheldrüse- schädigt. Es greift das Immunsystem an und hat eine ausgesprochen krebserzeugende Wirkung. Außerdem beeinträchtigt es die Fruchtbarkeit und kann zu Totgeburten oder Missbildungen beim Ungeborenen führen.

 
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