Hohe Wellen geschlagen hat die Ankündigung von Eon, Deutschlands größtem Stromanbieter, die Zahl seiner Mitarbeiter deutlich zu reduzieren. Zwischen 9.000 und 11.000 Stellen sollen gestrichen werden – betriebsbedingt gekündigt. Politiker der SPD, aber auch der CDU geben sich empört.
Eon will 9.000 bis 11.000 Stellen streichen - bei einem Gewinn im letzten Jahr von 5,8 Milliarden Euro
Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Eon war 2010 Deutschlands drittgrößtes Unternehmen nach Volkswagen und Daimler. Der Umsatz betrug knapp 93 Milliarden Euro, der Gewinn belief sich auf satte 5,8 Milliarden Euro. Dies haben rund 85.000 Menschen erwirtschaftet. Der Zweitplatzierte, Daimler, beschäftigt 260.000 Menschen und erzielte bei einem Umsatz von 97,7 Milliarden Euro einen Gewinn von 4,5 Milliarden Euro – also 1,3 Milliarden weniger also Eon. Und Volkswagen zählt fast 400.000 Mitarbeiter, die 126 Milliarden Euro Umsatz und 6,8 Milliarden Euro erwirtschaften – nur eine Milliarde Euro mehr als Eon, bei fast fünfmal so viel Beschäftigten.
Im Vergleich mit den Gewinnen der zwei Autobauer fällt es schwer, bei Eon von Krise zu reden. Zwar ist der Börsenwert 2010 um gut 20 Prozent gesunken. Doch der Verdacht ist nur schwer von der Hand zu weisen, dass nicht falsche unternehmerische Weichenstellungen, sondern die Energiewende und der Atomausstieg für den angekündigten Personalabbau herhalten sollen. Denn, so der Vorwurf von SPD-Chef Siegmar Gabriel, Eon habe den rot-grünen Atomausstieg nicht ernst genommen, ist nicht von der Hand zu weisen. Eon habe auf eine Rücknahme dieser Entscheidung gehofft, was ja denn auch – zumindest vorübergehend – von der schwarz-gelben Regierung gemacht wurde. Dieses Zusammenspiel von unternehmerischem und politischem Versagen wird jetzt auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen.
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Dass dieser Personalabbau weitgehend in der Verwaltung dann auch noch in Form betriebsbedingter Kündigungen geschehen soll – so der derzeitige Stand, eindeutige Informationen des Unternehmens vermissen sogar deren Arbeitnehmervertreter – stößt besonders bitter auf. Eon steht vor einer organisatorischen Entscheidung, die es rechtfertigen soll, dass etwa 10.000 Menschen nicht mehr weiterbeschäftigt werden können. Eine solche Entscheidung ist nur eingeschränkt gerichtlich überprüfbar. Es kann aber vor dem Arbeitsgericht geklärt werden, ob tatsächlich für eine so hohe Zahl an Mitarbeitern keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr besteht.
Dies muss in einem Arbeitsgerichtsverfahren substantiiert und nicht nur in Schlagworten dargelegt werden. Und genau das misslingt vielen Unternehmen.
Verbraucher, die Kunde von Eon sind, können den Ereignissen nur verwirrt zuschauen. Sie stehen vor einem Dilemma: Bleiben Sie bei Eon - trotz der genannten Fehler - und des zu lange währenden Festhaltens an der Atomenergie, kann dies als Zustimmung zum Kurs des Unternehmens fehlinterpretiert werden. Halten Sie das Vorgehen und die Ausrichtung von Eon für inakzeptabel, kündigen ihren Stromvertrag und wechseln zu einem anderen Anbieter, verschärfen sie den Druck auf die Mitarbeiter.
Wechsel wagen! Warum nicht Ökostrom?
Wer einen Stromanbieterwechsel erwägt und zugleich ein Zeichen für Ökostrom setzen möchte, sollte genau hinschauen: Denn auch Konzerne wie Eon haben Ökostrom-Tarife im Angebot.
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Beispiel: Eine vierköpfige Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh pro Jahr zahlt bei Naturstrom jährlich 995,40 Euro, bei Lichtblick 1.053 Euro, bei EWS Schönau ab 1.038,80 Euro und bei Greenpeace Energy 1.098,80 Euro. Im Monat sind das zwischen rund 83 und 92 Euro.
Leserkommentare
16.08.2011 18:44 Uhr
Sebastian: EON als Redundanzvermeider vorbildlich
Sollte EON die unternehmens- und personalpolitischen Straffungen erfolgreich beendet haben, könnten die Verantwortlichen sicher beratend von der Bundesregierung ins Boot geholt werden, um ähnliches bei der Bundes- und den Länderregierungen durchzuziehen und die 16+1-Redundanzen bei Bundes- und Länderregierungen abzubauen.
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Foto: Sascha Schuermann/ddp ID:2983
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Aufpassen, es gibt bei manchen Anbietern eine Guthabengültigkeit (bei symio z.B.). Das ist wirklich schlecht bei einem echten Wenigtelefonierer! 11.05.2012,15:26:42 Uhr von Steffen