Solarthermie
Wärme vom Dach
17.03.2011
Von Verena Fahrion
Thermische Anlagen nutzen die Sonne zur Warmwasserbereitung. Die Investition in Wärme aus Sonnenenergie (Solarthermie) lohnt sich. Das Bundesumweltministerium hat die Fördermittel für Solarthermie-Anlagen erhöht. Welche Systeme es gibt, wann sich die Anlagen rechnen und wie sie gefördert werden.
Bei thermischen Anlagen bleibt zum einen mehr Geld im Geldbeutel, weil die Sonnenwärme Energie spart und zum anderen macht Solarthermie ihre Nutzer von Erdöl- und Gaspreisen unabhängig. Nicht zu unterschätzen ist auch der Nutzen für Umwelt, Klima, Gesundheit und Sicherheit. Eine Gelddruckmaschine ist die Sonnenwärme-Anlage allerdings nicht.
Kosten/Nutzen-Vergleich
Bei der Anlage ist zwischen finanzieller und energetischer Amortisation zu unterscheiden. Finanziell lohnt sich die Anlage dann, wenn der Solar-Ertrag die Kosten der Solaranlage (Investitions- und laufende Kosten) deckt. Übersteigt die von der Anlage erzeugte Energie dagegen den Energieaufwand für ihre Herstellung, spricht man von energetischer Amortisation. Was diese energetische Amortisation angeht, so haben die meisten Anlagen diese laut Solaranlagen-Portal schon in zwei bis spätestens fünf Jahren erreicht. Die finanzielle Amortisation umfasst dagegen einen größeren Zeitraum. Und da die finanzielle Amortisation von vielen Faktoren – wie Anlagentyp, Nutzung, optimale Auslegung, energieeffiziente Anlagenkomponenten usw. - abhängig ist, schwanken die Angaben der Experten stark. Im günstigen Fall liegen sie bei acht, im ungünstigen bei 20 Jahren.
Solarthermie für Wasser und/oder Heizung
Was die Nutzung der Solarthermie-Anlagen angeht, so werden zwei Anwendungsarten unterschieden. Zum einen können Hausbesitzer die Anlage nutzen, um lediglich ihr Wasser zu erwärmen oder sie nutzen die Anlage zusätzlich zur Unterstützung der Heizung (Kombianlage). Je nachdem wie also die Sonnenwärme zum Einsatz kommen soll, muss sie ausgelegt sein. Nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien kann eine gut geplante Solaranlage auf einem durchschnittlichen Gebäude in Deutschland übers Jahr hinweg rund 60 Prozent des Wassers zum Duschen und Waschen erwärmen. Sofern entsprechende Geräte im Haus sind, liefert sie auch Warmwasser für Spül- und Waschmaschinen und bringt so weitere Energieeinsparungen.
Für die Anlage braucht man nicht viel Platz auf dem Hausdach. Für die Warmwasser-Aufbereitung rechnen die Experten mit 1 bis 1,5 Quadratmetern Kollektorfläche pro Person. Soll die Sonnenwärme im Winter auch die Heizung unterstützen (Kombianlage), so braucht die Anlage mindestens 2,5 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person. Besonders energieeffizient arbeiten Solarthermie-Anlagen, wenn sie mit modernen Heizungsanlagen kombiniert werden, optimal ausgelegt und gedämmt sind. Dann amortisieren sie sich finanziell sicher unter der 20-Jahre-Grenze.
Flach- oder Röhrenkollektor
Neben den beiden Nutzungsarten der Sonnenwärme sind zwei Technologien auf dem Markt: sogenannte Flach- und Vakuumröhrenkollektoren. Flachkollektoren sind günstiger, da sie auch weniger kostenintensiv hergestellt werden. Bei niedrigen Temperaturen im Winter haben sie aber größere Wärmeverluste als die Vakuumröhren, diese isolieren besser. Egal ob Flach oder Röhre - üblicherweise besteht eine Solarthermieanlage aus einem Kollektor, einem Solarregler mit Pumpe und einem Pufferspeicher. Zwei Tipps am Rande: Bei der Pumpe auf einen energieeffizienten Antrieb und auf die richtige Dimensionierung des Speichers achten.