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Kühlschränke

Sparsame Geräte sind Ladenhüter

20.02.2012
Von Matthias Kutzscher
Ältere Kühlschränke sind Energiefresser. Doch neue, besonders sparsame Geräte kommen bei Kunden kaum an. Dabei amortisieren sich die Mehrkosten schon nach wenigen Jahren.
Energieverbrauch Sparsame Kühlgeräte sind Ladenhüter
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Sie sind die heimlichen Arbeitstiere im Haushalt: Kühlschränke und Gefriertruhen laufen immer – tagein, tagaus. Allerdings schlucken sie dabei so viel Energie wie durstige Kamele Wasser nach einem langen Wüstenritt. Tatsächlich können Kühlgeräte Schätzungen der Stiftung Warentest zufolge bis zu 20 Prozent der Stromkosten in einem Haushalt ausmachen – wenn sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

Mitte 2011 bestätigte eine Studie der Stiftung: „Ein aktueller Kühlschrank mit Gefrierfach verbraucht nur die Hälfte der Betriebskosten wie eine 15 bis 20 Jahre alte Kombination.“ Doch trotz des erheblichen Sparpotentials kommt Energieeffizienz bei Kunden bislang nicht gut an. „In Deutschland haben nur drei Prozent der verkauften Kühlgeräte die höchste Effizienzklasse, in Europa sogar nur ein Prozent“, sagt Kurt-Ludwig Gutberlet, Geschäftsführer des europäischen Branchenprimus Bosch und Siemens Haushaltsgeräte (BSH).

Ersparnis bei Kunden nicht bekannt


Warum besonders sparsame Geräte Ladenhüter sind, ist nur schwer nachvollziehbar. Offenbar ist vielen Verbrauchern die „Schluckmentalität“ ihrer Anlagen nicht bewusst. Dabei saugt ein Kühlschrank mit Gefrierfach von 1993 pro Jahr Strom für rund 70 Euro aus der Leitung, ein vergleichbares aktuelles Gerät hingegen verbraucht nach Angaben von Stiftung Warentest nur 30 Euro. BSH-Chef Gutberlet erwartet sogar „rund 40 Euro Ersparnis, wenn der Besitzer eines Kühlschranks mit der Energieeffizienznote A+ auf ein Geräte mit A+++ umrüstet“. Der Experte rechnet entsprechend vor, dass selbst ein deutlich höherer Anschaffungspreis schon nach wenigen Jahren durch geringere Stromkosten wieder hereingeholt wäre.

Große Unterschiede bei Effizienz

Doch die einfache Kalkulation auf Basis von Effizienz ist für Verbraucher durchaus problematisch. Dabei geht es nicht um mathematisches Wissenossem, sondern um das Verwirrspiel der EU-Energiesparvorgaben. Zwar dürfen seit Mitte 2011 nur noch Geräte verkauft werden, die mindestens der sogenannten Effizienzklasse A angehören. Doch der Unterschied zu Geräten mit der Note A++ oder A+++ kann immens sein. So verbrauchte die gefräßigste Kühl-Gefrier-Kombination laut einer Studie der Stiftung Warentest aus 2011 in 15 Jahren 1.259 Euro Stromkosten; sie gehört aber immer noch der Effizienzklasse A+ an. 682 Euro und damit fast die Hälfte weniger benötigte dagegen das sparsamste Gerät mit der Note A++.

Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) schluckt ein Kühl- und Gefriergerät der Klasse A+++ rund 60 Prozent weniger Strom als ein in der Ausstattung vergleichbares Gerät der Klasse A. „Bei Kühlgeräten ist es so, dass A++ 50 Prozent weniger Energie verbrauchen darf als A. Ich glaube nicht, dass die Leute das wissen. Ich glaube, die Leute denken A ist in Ordnung und A++ ist sozusagen Luxus“, meint Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe.
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Den Kühlbedarf richtig schätzen

Aber auch innerhalb der Effizienzklassen, die laut EU-Vorgabe seit November 2011 mit einem einheitlichen Label an den Gefriergeräten dargestellt werden müssen, ist der unterschiedliche Stromverbrauch oft beachtlich: So saugt manch ein Gerät fünf, zehn oder sogar 15 Kilowattstunden mehr Strom im Jahr, als vergleichbare Typen mit ähnlichem Nutzinhalt. Grundsätzlich gilt: Verbraucher sollten sich heute sehr genau überlegen, wann sich die Anschaffung eines neuen Geräts lohnt.

Läuft der Kühlschrank länger als zehn Jahre in Wohnung oder Haus, dürfte sich der Austausch innerhalb von etwa fünf Jahren bezahlt machen. Wichtig bei der Planung: Es ist vor allem die Größe, die den Energieverbrauch beeinflusst. Die Kühlkapazität sollte daher dem Bedarf möglichst genau entsprechen. Im Schnitt brauchen Ein- und Zweipersonenhaushalte zwischen 120 und 140 Liter Nutzinhalt, für jede weitere Person kommen 60 Liter dazu. Bei Gefriergeräten gelten etwa 50 Liter als angemessen.
 
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