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Energiesparlampen

Sparkünstler mit Schattenseiten

11.12.2010
Von Anja Lang
Gerade mal 7,50 Euro pro Jahr sparen die meisten Energiesparlampen ein, deutlich weniger als die Hersteller behaupten. Und das bei schlechterem und ungesünderem Licht als bei der konventionellen Glühbirne. Dazu kommen Elektrosmog und eine oftmals viel zu geringe Lebensdauer.
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Zu diesem vernichtenden Urteil kommt eine aktuelle Untersuchung von 16 warmweißen Energiesparlampen des Verbrauchermagazins Ökotest. Gemessen wurden hier Haltbarkeit, Helligkeit, Lichtqualität sowie der Ausstoß von Elektrosmog. Knapp ein Drittel der untersuchten Modelle erhielt bestenfalls die Gesamtnote „befriedigend“, der Rest wurde noch schlechter bewertet.


Testsieger General Electric

Am besten schnitt die General Electric Energy Saving Elegance elf Watt zum Preis von 4,70 Euro ab, welche die Gesamtnote „gut“ nur knapp verfehlte. Sie überzeugte in punkto Helligkeit und konnte diese auch nach 2.000 Betriebsstunden noch halten. Auch häufiges Ein- und Ausschalten konnte der Lampe nichts anhaben, das Einsparpotential lag bei satten 77 Prozent.

Note „ungenügend“ für vier Modelle

Verlierer im Test sind die Energiesparlampen elf Watt von Global World Trading für 0,94 Euro, die Flair Energy elf Watt von Hornbach für 5,95 Euro, die Luxxx Energy-saver advance elf Watt für 3,99 Euro sowie das Modell Swiss Lights Classic 68 Energiesparlampe zehn Watt für stolze 9,45 Euro. Geringe Helligkeit im Vergleich zur Glühbirne und eine geringe Lebensdauer führten hier zur Abwertung. Keine der vier Lampen überstand die ersten 3.100 Leucht-Stunden des Tests. Zudem hatten sie eine relativ geringe Energieeinsparung zwischen 39 und 51 Prozent – von den Herstellern versprochen werden bis zu 80 Prozent. Das teuerste Produkt im Test mit 9,45 Euro, die Swiss Lights Classic 68, fällt als Energiesparer sogar komplett aus: Sie verbraucht etwa 14 Prozent mehr Strom als eine normale Glühbirne.

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Geringe Lichtqualität und Elektrosmog


In diesem Punkt wurden alle untersuchten Modelle mit „sehr schlecht“ bewertet. Bemängelt wurde vor allem das unausgewogene Lichtspektrum. Anders als bei Glühbirnen, ist die Lichtfarbe von Energiesparlampen weit entfernt von natürlichem Licht. Zudem flackern sie im bewusst nicht mehr wahrnehmbaren Bereich. Experten machen solch schlechtes Licht verantwortlich für eine Vielzahl von Beschwerden: von Kopfschmerzen über Schwindel bis hin zum Krebsrisiko. Hinzu kommen erhöhte Werte von Elektrosmog, welche die Werte der TCO-Zertifizierung deutlich überschreiten.

Testergebnisse verwirren Verbraucher

Erst in der Märzausgabe 2009 war Stiftung Warentest in seiner Untersuchung mit Energiesparlampen zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Dazu Lothar Beckmann, verantwortlicher Redakteur bei Stiftung Warentest: „Wir stehen zu unserem Ergebnis. Der Unterschied in den beiden Tests liegt vor allem in der unterschiedlichen Auswahl der Produkte. Wir haben unseren Schwerpunkt auf Markenware gelegt, Ökotest eher auf Billig- und Noname-Produkte. Auch bei uns fielen die billigen Produkte durch, viele Markenprodukte dagegen hielten das, was sie versprachen."

Unterschiedliche Messverfahren

Was die Helligkeit betrifft, wurde bei Ökotest und Stiftung Warentest mit unterschiedlichen Messverfahren gemessen. Stiftung Warentest wendete, gemäß dem Industriestandard, die Messung in der Ulbrichtschen Kugel an, die den kompletten Lichtstrom nach allen Seiten misst. Ökotest untersuchte dagegen, wie viel Licht im Spot direkt auf eine Fläche fällt. Dabei wird nur eine Teillichtmenge gemessen, die mitunter noch durch die Größe des verwendeten Lampenschirms beeinflusst wird.

Bleibt die Lichtqualität

Auch Sparlampen gibt es heutzutage in Tageslichtqualität. Anders als bei der universell einsetzbaren Glühlampe, muss man sich aber genau überlegen, wo man welches Spar-Modell hineindreht. An Orten, wo oft an- und ausgeknipst wird, braucht man eine Lampe mit hoher Schaltfestigkeit. In Außenbereichen eine, die auch bei Frosttemperaturen stabil leuchtet. Am Arbeitsplatz sollten Sparlampen möglichst Tageslichtqualität lieferen, im Schlafbereich warmes Licht verbreiten.

Fazit

Die meisten Energiesparlampen verbrauchen weniger Strom und sparen damit bares Geld. Wie viel tatsächlich, hängt stark von der Qualität der Fertigung und der Marke ab. Hier lohnt es sich, bei der Anschaffung tatsächlich ein wenig mehr Geld zu auszugeben. Durch die wesentlich längere Betriebsdauer hat man diesen Einsatz aber bald wieder herin. In einem Update von Stiftung Warentest hielten neun von 27 Modellen 19.000 Betriebsstunden lang. Das sind 19 Birnen mit Glühfaden.
 

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Leserkommentare

Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
31.01.2011 11:59 Uhr
Werner: Absurd
Es ist doch schon mehr als absurd: Erst sorgen die "Ökos" mit ihrem Energiesparwahn - alle Warnungen wegen schlechter Lichtqualität und Elektrosmog ignorierend - für ein Verbot der Glühbirnen, und jetzt warnt Ökotest vor diesem Energiesparzeug wegen ebendieser schlechten Lichtqualität und Elektrosmog! Da kann man nur fragen: Was wollt ihr denn nun eigentlich wirklich? Sollen wir wieder mit Kerzen Licht machen? Oder gleich zurück in die Steinzeit?
09.10.2008 15:47 Uhr
stachel:
Tja - die gute "alte" Glühbirne . . . so schnell wird sie nicht tot zu kriegen sein, ihr Licht und ihre Ästhetik ist und bleibt einfach unvergleichlich schöner und besser als das einer E-Sparlampe. Diese taugt höchstens für indirekte Milch-Beleuchtung in Plastik- oder Papierschirmen à la Ikea... : )
Für lichtbewußte Menschen zumindest, ist die E-lampe einfach eine Beleidigung für das Auge, Gemüt - und nun offenbar, wie hier zu lesen, auch für die Gesundheit!
Sehr gerne gebe ich für schönes, auch dimmbares, brillantes Licht, im Jahr, wenn sein muß, auch 100 Euro (übertrieben jetzt) mehr aus.
Die CO2-/Klima-Katastrophen-Mär, die für abenteuerliche Ideen von oben sorgt(e), z.b. daß die Glühbirne am besten abzuschaffen wäre, kann ja einer kritischen Betrachtung eh kaum mehr 100% standhalten.
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