Tierliebhaber helfen den gefiederten Gartenbewohnern gerne mit knackiger Körnerkost durch die kalte Zeit. Leider sind Fertigprodukte aus dem Supermarkt oft alles andere als ideal, hochwertiges Futter aus dem Tierbedarf ist dagegen recht kostspielig. Geldsparen gibt Tipps, wie Sie Winterfutter günstiger aus eigener Hand herstellen.
20 Millionen Euro verspeisen freilebende Vögel hierzulande - in Form von Meisenknödel, Streukörnerfutter und Co. - jedes Jahr, meldet der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Denn nicht nur bei klirrender Kälte und geschlossener Schneedecke haben die Deutschen offenbar das Bedürfnis, den gefiederten Wildtieren vor ihrer Haustür mit Futterspenden das Leben zu erleichtern. Schon lange vor (und nach) den ersten Weihnachtskugeln baumeln in der Übergangszeit die Meisenknödel von den Bäumen und sind die Futterhäuschen reich gefüllt.
Aber tut das regelmäßige Füttern wild lebenden Vögel überhaupt gut? Darüber sind sich selbst engagierte Tierschützer uneins. Der
NABU etwa empfiehlt die Gabe von Vogelfutter erst bei Frost und Schnee.
Andere Experten füllen die Kornkammer der Vogelhäuschen auch bei milderer Witterung oder sogar das ganze Jahr. Damit das Füttern weder auf Kosten der Gesundheit der Piepmätze noch zu sehr ins Geld geht, sollte man allerdings ein paar Grundregeln beachten:
Achtung bei Angeboten
Bei Vogelfutter sollte man in jedem Fall zu bester Qualität greifen. Das kann ein hochwertiges Fertigprodukt aus der Tierhandlung sein, allerdings hat das aber oftmals auch ein deftigen Preis. Billigangebote aus dem Supermarkt haben dagegen zum Teil unerwünschte Nebenwirkungen. Manchmal sind die Inhaltsstoffe minderwertig oder sogar gefährlich. So finden sich zum Beispiel in vielen Streufuttern Samen der Pflanze „Ambrosia“. Damit holt man sich schnell unerwünschte „Einwanderer“ auf Balkon und in den Garten. Die Pollen des nichtheimischen, ursprünglich aus Amerika stammenden Gewächses können dann im nächsten Sommer beim Menschen unangenehme allergische Reaktionen auslösen. Sicher vor solchen Nebeneffekten sind Sie nur mit selbstgemachtem Futter und das lässt sich ganz einfach herstellen.
Unerwünschte Zutaten
Wer Vogelfutter selbst herstellen will, sollte sich allerdings erst einmal von ein paar Mythen und falschen Zutaten verabschieden. Speck, Würstchen und Co. liefern z.B. zwar deftige Fette, sind für Tiere aber zu würzig. Kartoffeln sind perfekte Kohlenhydratträger, frieren bei Minusgraden aber aufgrund des hohen Wassergehaltes ein und besonders Salzkartoffeln sind für Vögel ungeeignet. Ein gefährliches Experiment! Auch das oft liebevoll für Vögel aufbewahrte und getrocknete Brot kann im Magen der kleinen Piepmätze aufquellen und schadet mehr, als dass es nutzt. Zu den „unerwünschten Zuaten“ auf dem Singvögel-Speiseplan gehören aber auch Verunreinigungen.
Damit nichts schimmeln und gammeln kann, sollte das angebotene Futter generell möglichst vor Regen und Feuchtigkeit geschützt werden. Der Fressplatz selbst sollte regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden und so gestaltet sein, dass die Vögel nicht direkt im Futter stehen. Sonst vermischen sich Kot und Futter, was die Ausbreitung von Krankheiten begünstigt. Alle Vorteile vereint ein klassisches Futterhäuschen, zur Sicherheit der Flugkünstler sollte dies in einem Mindestabstand von zwei Metern zur nächsten Glasscheibe aufgehängt werden. Sie haben nur einen Balkon? Stellen Sie kleine Fressnäpfchen mit Körnerkost auf, aus hygienischen Gründen müssen diese allerdings am besten täglich gereinigt werden.