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Handyporto

Kostspieliges Post-Angebot

01.04.2011
Von Sandra Petrowitz
Bequemlichkeit pur: Die Deutsche Post bietet Kunden an, das Porto für Briefe per Handy zu erwerben. Damit können Standardbriefe und Postkarten auch ohne Marke überall und jederzeit versandfertig gemacht werden. Soweit die Werbung. Doch der Service ist fast doppelt so teuer wie das normale Porto. Da lohnen sich billigere Alternativen.
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Das Handy-Porto funktioniert so: Derjenige, der einen Brief oder eine Karte frankieren möchte, schickt eine SMS mit dem Stichwort „Brief“ oder „Karte“ an die Nummer 22122 oder ruft direkt dort an. Dann bekommt er innerhalb weniger Sekunden einen zwölfstelligen Code. Den überträgt er handschriftlich auf den Brief oder die Postkarte – fertig. Damit ist die Sendung passend frankiert. Grundsätzlich lässt sich der Service mit jedem Handy nutzen; allerdings muss man dazu Kunde von T-Mobile, Vodafone, E-Plus oder O2 sein. Andernfalls heißt es: weiter wie bisher Marken kaufen und kleben.

Das ist aber auch ganz generell keine schlechte Idee, denn das größte Manko des Handy-Portos ist sein immens hoher Preis: Auch wenn die Post vollmundig von "minimalen Kosten" spricht, kostet das Frankieren per Mobiltelefon 95 Cent (Brief) bzw. 85 Cent (Postkarte) – das sind jeweils satte 40 Cent mehr als die eigentlichen Portokosten von 55 bzw. 45 Cent. Oder anders gesagt: Für einmal Handy-Porto bekommt man fast schon zwei Briefmarken. Unter Umständen fallen zusätzlich sogar noch Provider-Gebühren für die Anforderung des Codes per SMS oder Anruf an. Bei so hohen Kosten nützt es auch nichts, dass man sich das Handy-Porto neuerdings als App aufs Mobiltelefon laden kann – das mag schick sein, ist aber immer noch viel zu teuer.

Auf einem anderen Weg geht es ähnlich bequem und billiger: Wer sich ein paar passende Briefmarken in den Geldbeutel steckt oder ein kleines Briefmarkenheftchen mit geeigneten Markenwerten füllt und in die Handtasche legt, kann ebenfalls an jedem Ort und zu jeder Zeit Sendungen frankieren – ohne Mehrkosten, ohne Handy und nicht auf Standardbrief und Karte beschränkt.

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Leserkommentare

Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
15.10.2009 23:13 Uhr
Frank M.: Wieso ist Komfort teuer?
Sicher kann Komfort teuer sein aber das hier ist reine Abzocke. Keine Druckkosten für eine Briefmarke, kein Design für eine Briefmarke, kein Vertrieb für die Briefmarke, schnellerer Zugang so dass Kunden eher einen Brief schreiben würden also eher förderlich für den Anbieter. Alles Vorteile für den Anbieter und dann soll der Service auch noch teurer sein?

Ich würde den Service sofort nutzen und damit auch noch etwas für die Umwelt tun, da keine Briefmarken mit Gummierung oder Selbstkleber produziert werden müssten aber bin auf gar keinen Fall bereit nur 1 Cent mehr dafür auszugeben.
Eigentlich wäre es nur konsequent, den Service billiger anzubieten. Aber große Unternehmen verpassen jede ihr manchmal auch angeschlagenes Image mit kleinen Dingen wieder aufzupolieren. Die identische Herkunft von Post und Telekom ist immer noch zu erkennen.
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