Reparieren
Kitt statt kaputt
23.11.2011
Von Florian Junker
Das Bettgestell geht aus dem Leim, die Lieblingstasse ist gebrochen und beim Schuh hängt der Absatz? Dann kleben Sie sie einfach! Das ist viel günstiger, als alles neu zu kaufen oder zum Reparieren weg zu geben. Wie man beim Kleben viel Zeit, Nerven und Euro sparen kann und welcher Stoff der günstigste für was ist.
Welcher Stoff für Sie persönlich der beste ist, ist auch Geschmackssache. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen fünf Klebstoffarten:
- Bei Nassklebstoffen wird nur ein Teil mit Kleber versehen und gleich auf das zweite Teil gedrückt. Zusammen halten sie erst, wenn das Lösungsmittel beziehungsweise bei lösungsmittelfreiem Klebstoff das Wasser verdunstet ist.
- Bei Kontaktklebstoffen wird die Masse auf beide Teile aufgetragen und muss zunächst etwas antrocknen. Presst man die Klebestellen nach der vorgegebenen Zeit mit Druck aufeinander, halten sie sofort und können belastet werden.
- Schmelzklebstoffe werden nur durch Hitze einsatzfähig, zum Beispiel beim Aufbügeln oder in der Heißklebepistole. Ursprungsmaterial können z.B. Körnchen, Folien, Stifte oder Patronen sein.
- Reaktionsklebstoffe gibt es als Ein- und Zweikomponentenkleber. Erstere reagieren meist mit der Umwelt (zum Beispiel UV-Licht, Sauerstoff oder Luftfeuchtigkeit), die anderen müssen exakt gemischt werden und sind dann einsatzbereit.
- Haftklebstoffe enthalten alle handelsüblichen Klebebänder, -filme oder -pads.
Heimwerken
Die Gummidichtung am Badewannenrand löst sich und an der Couch steht ein Stück Kunstleder ab? Dann versuchen Sie es doch mal mit Styroporkleber. Für kleines Geld (Tube von Decotric ca. vier Euro) liefert der nämlich eine ganz Reihe wertvoller Talente: Hält etwa unechte Stuckrosetten an der Decke oder beschichtete Stoffe zusammen und ist dadurch sehr vielseitig einsetzbar.
Sie wollen ein Regal, einen Spiegel oder Schlüsselkasten aufhängen? Sparen Sie sich gebrochene Kacheln, Dübel und Krach! Neuartige Montagebänder (z.B. von Tesa, verschiedene Stärken für drinnen und draußen, ab vier Euro pro Rolle) halten bis zu 42 Kilo pro Meter aus. Speziell für Glasflächen sind sie sogar transparent, für Badezimmerspiegel feuchtigkeitsresistent. Idealer Stoff für große Flächen ist Sprühkleber: Denn er lässt sich hauchdünn und gleichmäßig auftragen - ob Sie nun ein Stück Tapete ankleben oder eine Kunstfolie auf einer alten Tischplatte fixieren wollen. Sitzen die Sachen etwas schief, lassen sich manche Produkte (z.B. „Creativ Mount“ von 3M, ca. 16 Euro) außerdem wieder ablösen.
Reparieren
Seite 1: Kitt statt kaputt
Foto: colourbox.com ID:2343