Recycling
Der Mythos vom Müll
01.06.2011
Von Florian Junker
Plastikbecher vor dem Wegwerfen spülen, niemals Alufolie verwenden und nur Mehrwegflaschen kaufen? Klingt ökologisch sinnvoll – ist es aber nicht unbedingt. Geldsparen erklärt, welche Mythen sich ums Thema Müll ranken, wie man Umwelt und Geldbeutel viel einfacher entlasten kann und die eigene Energiebilanz aufpeppt.
Umweltschutz ist im täglichen Leben gar keine so einfache Sache: Selbst bei der seit Jahren gewohnten Mülltrennung schwirren noch einige Irrtümer übers richtige Recycling durchs Land und tappen viele Bundesbürger in Fallen, die Zeit, Ökopunkte und sogar Geld kosten können. Geldsparen entlarvt fünf alltägliche Müllmythen und zeigt Abfall-Alternativen:
Mythos 1:
Recyclefähige Plastikbecher und Co. sollte man vor dem Wegwerfen spülen
Klingt schön sauber, ist es aber nicht. Denn „löffelrein“ reicht für das Recycling völlig. Wer dagegen Verpackungen liebevoll mit warmen Wasser, womöglich sogar Spüli auswäscht oder dafür Platz im Geschirrspüler reserviert, ruiniert die Ökobilanz der Wiederverwertung und schadet unter dem Strich sogar eher der Umwelt. Denn das große Reinemachen kostet Zeit, teure Energie und verschmutzt wertvolles fertig aufbereitetes Trinkwasser. Belasten Sie also nicht unnötig Geldbeutel und Gewissen.
Mythos 2:
Alufolie ist ein No-go
Tatsächlich braucht es meistens nur ein bisschen Disziplin und Umgewöhnung, um von der allzeit bereiten Alufolie auf mehrfach wiederverwendbare Einmachgläser, Gefrierbeutel oder Plastikboxen umzusteigen und auf diese Weise Müll zu reduzieren. Zu lohnen scheint es sich dennoch, denn gerade die Produktion von Alu ist vergleichsweise energieintensiv, hier zu sparen entlastet die Umwelt deutlich. Auch wenn die nette Vertreterin eines Tupperabends etwas anderes behaupten mag: Manchmal reicht eine wiederverschließbare Plastikschüssel aber leider auch nicht aus, um alle Dienste in der Küche zu leisten.
Ob zum Brutzeln auf dem heißen Grill, beim Abdecken der Kuchenform im Rohr oder zum Einwickeln der heißen Ofenkartoffel: Immer da, wo hohe Temperaturen allgegenwärtig sind, ist Alufolie oft die praktischste, manchmal die einzige Möglichkeit. Für solche Momente gilt: Hinterher nicht das schlechte Gewissen pflegen, sondern lieber dazu stehen – und die Konsequenzen ziehen. Das heißt konkret: Alufolie nach dem Grillfest oder dem Kaffeekränzchen zusammen sammeln, zu einem dicken Knäuel formen und ab damit in die Recyclingtonne. Auch wenn wiederverwertetes Aluminium noch immer hohe Temperaturen zum Einschmelzen erfordert, ist es doch rund 90 Prozent energiesparender. Und für die nächste Grillparty? Vielleicht haben Sie dann schon schicke Grillplatten aus Keramik oder Gusseisen zu Hause.
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