Postagenturen
Selbst ist der Verbraucher
03.08.2011
Von Sandra Petrowitz
Peinlich, ärgerlich und teuer: 21 nordrhein-westfälische Post-Agenturen haben sich bei einem Test der Verbraucherzentrale gründlich blamiert. Keine einzige war in der Lage, eine Waren- und eine Büchersendung fehlerfrei zu frankieren und zu versenden. Das Problem: Wer sich als Post-Kunde auf die Angaben der vermeintlichen Fachleute verlässt, zahlt viel zu viel – und das keineswegs nur in NRW.
Im Gegenteil: Vor ähnlichen Schwierigkeiten dürften bald viele Post-Kunden stehen. Denn bis Ende des Jahres lagert die Deutsche Post mit Ausnahme der Postbankcenter alle eigenen Postschalter aus. Die meisten davon werden künftig von Einzelhändlern weitergeführt; wer einen Brief, eine Warensendung oder ein Päckchen aufzugeben hat, macht das in Zukunft bei Kiosken, in Änderungsschneidereien oder im Sonnenstudio – je nachdem, in welchem Geschäft sich die nächste Post-Annahmestelle befindet.
14.000 solcher „Partnerfilialen“ gibt es bereits – und die Stichprobe der Verbraucherschützer zeigt, dass dort einiges im Argen zu liegen scheint. Die ausgegliederten Postagenturen scheiterten kläglich an einer Waren- und einer Büchersendung. Keine der 21 getesteten Agenturen schaffte es, die beiden Tarife korrekt zu benennen und die Sendungen richtig frankiert auf den Weg zu bringen.
Die Verbraucherschützer gelangen daher zu dem Schluss, dass sich Verbraucher am besten auf sich selbst verlassen sollten – sie empfehlen das Studium der Post-Preisbroschüre oder der einschlägigen Internetseiten aus dem Angebot der Deutschen Post. Dann können sie augenscheinlich hochknifflige Versandrätsel ziemlich schnell selbst lösen. Sparpotenzial gibt es genügend – wir stellen die Post-eigenen Alternativen zu Brief, Päckchen und Paket vor.
Warensendung
Die erste preisgünstige Alternative ist die Warensendung. Sie eignet sich für vieles, was man normalerweise als Brief versenden würde, aber das Porto ist niedriger als beim Brief. Auf diese Weise dürfen laut Post „Warenproben, Muster oder andere Gegenstände“ verschickt werden, „die ihrer Natur nach als Ware anzusehen sind“. Eine Rechnung, Gebrauchsanweisung oder Prospekte dürfen beigelegt sein; briefliche Mitteilungen hingegen nicht.
Wichtig: Warensendungen müssen grundsätzlich offen eingeliefert werden. Daher sollte man den Umschlag nicht mit Klebeband, sondern zum Beispiel mit Musterbeutelklammern verschließen. Außerdem muss das Wörtchen „Warensendung“ oberhalb der Anschrift stehen.
Es gibt drei verschiedene Warensendungs-Formate, von denen in der Praxis vor allem das größte Format „Maxi“ eine Rolle spielt: Dafür darf die Sendung maximal 500 Gramm schwer sein, und die Maximalmaße liegen bei 35,3 mal 30 mal 15 Zentimeter. Dann fallen 1,65 Euro Porto an. Zum Vergleich: Ein Großbrief, der mit 1,45 Euro vergleichbar viel kostet, darf genauso lang sein wie die Warensendung Maxi, aber höchstens 25 Zentimeter breit und zwei Zentimeter hoch. Fünf Zentimeter Höhe würden als Brief schon 2,20 Euro kosten, und darüber hilft nur noch ein Päckchen für 3,90 Euro.
Eine Einschränkung muss der Versender von Warensendungen allerdings in Kauf nehmen: Seine Sendung kann ein bisschen länger unterwegs sein als ein Brief. Warensendungen werden in der Regel innerhalb von vier Werktagen nach der Einlieferung zugestellt, während die allermeisten Briefe ihr Ziel binnen eines Werktags erreichen.
Warensendung „Standard“
Länge: 14 bis 23,5 Zentimeter
Breite: 9 bis 12,5 Zentimeter
Höhe: maximal 0,5 Zentimeter
Gewicht: maximal 20 Gramm
Preis: 0,45 Euro
Warensendung „Kompakt“
Länge: 10 bis 35,3 Zentimeter
Breite: 7 bis 30 Zentimeter
Höhe: max. 15 Zentimeter
Gewicht: maximal 50 Gramm
Preis: 0,70 Euro
Warensendung „Maxi“
Länge: 10 bis 35,3 Zentimeter
Breite: 7 bis 30 Zentimeter
Höhe: max. 15 Zentimeter
Gewicht: max. 500 Gramm
Preis: 1,65 Euro
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