Der Konkurrenzkampf im Paketmarkt belebt das Geschäft, drückt die Preise – und bringt außerdem ganz neue Produkte hervor. Die günstigsten Konditionen gibt’s nämlich nur bei reduziertem Service – wenn der Paketdienst die Sendung nicht mehr an der Haustür des Empfängers abliefert, sondern sie an einer Sammelstelle bereithält.
Sparfüchse, die ihre Pakete möglichst günstig versenden wollen, setzen darauf, dass der Empfänger der Sendung ruhig einen kleinen Spaziergang machen oder eine kleine Autofahrt unternehmen kann – bis zum nächsten Paketshop (wie bei Hermes) oder bis zur nächsten Packstation (wie bei DHL). Selbstbeteiligung spart Kosten, das ist das Prinzip der Billig-Tarife.
Die Sendung wartet im Paketshop auf den Empfänger
Bei Hermes heißt das Konzept "Shop2Shop". Gemeint ist der Versand von einem der bundesweit 14.000 Hermes-Paketshops zu einem dieser Paketshops. Dort lagert die Sendung, bis der Empfänger sie abholt – maximal zehn Tage lang. Der Absender muss den Paketschein im Internet ausfüllen und zahlt dann nur 3,65 Euro für eine Sendung, bei der die Summe aus längster und kürzester Seite höchstens 50 Zentimeter betragen darf. Daher kommen nur kleine Sendungen für „Shop2Shop“ in Frage, etwa bis zur Größe eines normalen Schuhkartons. Zum Vergleich: Mit Anlieferung beim Empfänger kostet das Paket gleicher Größe bei Hermes vier Euro. Ersparnis: 35 Cent. Die Sendung ist bis 500 Euro versichert, und der Empfänger bekommt eine Benachrichtigung per E-Mail, sobald das Paket zur Abholung bereitliegt. Extra-Tipp für alle, die die Auktionsplattform eBay als Verkäufer nutzen: Wer sich dort für den Hermes-Versandservice entscheidet, verschickt die „Shop2Shop“-Sendung noch mal 10 Cent günstiger – für 3,55 Euro.
Selbstbedienungs-Sonderangebot auch bei Post-Frachttochter DHL
Auch an der DHL-Packstation kann man Päckchen und Pakete günstiger versenden. Die Möglichkeit, bei Versand von Packstation zu Packstation 50 Cent pro Päckchen zu sparen, hat DHL allerdings wieder eingestampft – vielleicht war sie zu erfolgreich. Nun lassen sich an den Packstationen mit Päckchen nur mehr 20 Cent sparen (3,90 Euro statt 4,10 Euro Porto). Bei Paketen innerhalb Deutschlands ist es nach wie vor 1 Euro. Achtung: Die Maximalmaße für Pakete, die an einer Packstation abgegeben werden können (60 x 35 x 35 cm), sind geringer als die Maximalmaße, die bei der Abgabe von Standard-Paketen in Postfilialen gelten (120 x 60 x 60 cm)!
Ob die Ersparnis den Ärger wert ist, den mancher Empfänger empfinden mag, wenn er seine Sendung nicht mehr zugestellt bekommt, sondern an einer ihm womöglich völlig unbekannten Stelle abholen muss, ist eine Sache der persönlichen Abwägung. Für um einige Cent geringere Versandkosten mutet man dem Adressaten einen zusätzlichen Weg zu, der Zeit und Nerven kostet. Unter guten Freunden und Verwandten ist die Centfuchserei daher wahrscheinlich zumindest zu überdenken...