Lebensmittel
Die vermeintlich Natürlichen
02.11.2010
Von Sandra Petrowitz
Ohne Geschmacksverstärker, ohne künstliche Farbstoffe, ohne Aromen: Auf immer mehr Lebensmittelpackungen steht, was nicht drin ist. Doch die besondere Kennzeichnung vermeintlich natürlicher Produkte sei reiner Etikettenschwindel, sagen Verbraucherschützer.
„Natürliche“ Instantsuppe, Fertiggerichte „ohne Geschmacksverstärker“, Süßigkeiten „ohne künstliche Farbstoffe“: Immer häufiger lesen Verbraucher entsprechende Hinweise auf Lebensmittelpackungen und erwarten gesunde, hochwertige Produkte. Die Lebensmittelindustrie ist bestrebt, mit dem sogenannten „Clean Labeling“ bei verarbeiteten Produkten auf Zusatzstoffe – Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe – zu verzichten.
Die Zusatzstoffe werden durch andere Stoffe ersetzt. Entsprechende Aufschriften wie „keine Konservierungsmittel“ oder „ohne Zusatzstoffe“ sollen Verbrauchern signalisieren, dass es sich um ein möglichst natürlich hergestelltes Nahrungsmittel handelt.
So weit, so gut
Nach Ansicht von Verbraucherschützern ist das Ganze ein „geschicktes, aber hinsichtlich der Produktqualität überflüssiges Marketing-Instrument“. Das Fazit der Verbraucherzentralen nach einem kürzlich durchgeführten Marktcheck fiel entsprechend ernüchternd aus: „Eine höhere Qualität bei Lebensmittelprodukten, die explizit auf bestimmte Zusatzstoffe verzichten, ist kaum erkennbar.“
Ohne-Lebensmittel sind demnach per se weder gesünder noch hochwertiger als ihre nicht gekennzeichneten Verwandten. Im Gegenteil: Häufig finden sich unerwartete Inhaltsstoffe in den vermeintlich sauberen, ursprünglichen Produkten. Und ein unübersichtlicher Kennzeichnungs-Dschungel macht es Verbrauchern noch schwerer, die Tricks der Hersteller zu durchschauen.
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