Hausmittel
Putzen wie anno dazumal
20.11.2011
Von Florian Junker
Statt teurer Fleckenmittel und Spezialreiniger brauchte Oma nur ein paar natürliche Extrazutaten im Putzschrank. Geldsparen erklärt, welche Superkräfte in Klassikern wie Salmiakgeist, Soda und Co. stecken und wie sich damit Schmutz billiger und umweltfreundlicher entfernen lässt, als mit modernen Reinigern.
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Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen? Einen Putzschrank voller kostspieliger Hightech-Chemikalien für Spezialeinsätze an der Reinigerfront können Sie sich dennoch getrost sparen. Denn alte und bewährte Hausmittel leisten das gleiche – nur noch besser. Weil sie günstig in der Anschaffung, sehr vielseitig einsetzbar und daneben noch deutlich umweltverträglicher sind. Hier die besten Ausnahme-Talente:
Apfelessig
Das steckt drin: Der fruchtig-säuerliche Speiseessig entsteht durch Fermentation von Apfelwein. Neben Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen beinhaltet das Lebensmittel auch viele Enzyme sowie Essig-, Milch- und Zitronensäure – der ideale Wirkstoffmix für ein Putzmittel.
Hier wirkt es Wunder: Beim Entkalken. Sie können den Boden vom Wasserkocher vor lauter Kalk nicht mehr sehen? Zur Hälfte mit Wasser (bitte nicht mehr, sonst kocht er über, sobald Essig dazu kommt) und einer Tasse Apfelessig füllen. Jetzt wie gewohnt den Kocher anstellen und die Essiglösung nacheinander zwei bis drei Mal aufkochen lassen. Am Kocherboden hängt noch Kalk? Über Nacht stehen lassen, dann dürfte sich auch der letzte Rest gelöst haben. Aber bitte auch dann das kostbare Nass noch nicht weg schütten! Denn das eignet sich noch hervorragend, um damit den Kartoffel- oder Nudeltopf zu entkalken. Einfach eingießen, eine halbe Stunde stehen lassen, schon sind die kleinen weißen Kalkpünktchen am Topfboden Geschichte. Alternativ mit der Essiglösung die Duschtrennwand (vorher aber bitte an unauffälliger Stelle auf Säurebeständigkeit testen) abwaschen, das löst Kalkflecken und sorgt für einen glasklaren Durchblick.
Soda/ Natron
Das steckt drin: Was bei unseren Großmüttern noch "Soda" oder chemisch korrekter "Natron" hieß, wird heute als "Kaisernatron" verkauft. Dahinter verbirgt sich Natriumhydrogencarbonat, ein Natriumsalz der Kohlensäure. In der Lebensmittelherstellung wird dieses z.B. als Backtriebmittel eingesetzt. Im Handel ist es auch unter den Bezeichnungen Speisesoda, Backsoda oder Speisenatron erhältlich.
Hier wirkt es Wunder: Bei Angebranntem. Pfannenboden, Backform oder Töpfe sind zum Beispiel schwarz angelegt? Die Fläche mit Kaisernatron weiß überzuckern und zwei Finger breit mit Wasser bedecken. Aufkochen und über Nacht ziehen lassen. Nun lässt sich das Angebrannte mit Spülschwämmchen oder -bürste ganz leicht lösen. Ihre weiße Wäsche ist leicht ergraut? Beim nächsten Mal immer ein paar Esslöffel Natron mit in die Waschtrommel. Die natürlich Bleiche lässt Weißes strahlen und zieht ganz nebenbei muffelige Gerüche aus den Stoffen.
Der Alltag bietet täglich neue Schwierigkeiten und Probleme. Aus der Praxis gegriffene Tipps und Tricks bringen bares Geld in Ihre Haushaltskasse.
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