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Drogerieartikel

Gutes muss nicht teuer sein

07.12.2010
Von Anja Lang
Die günstigen Eigenmarken der Drogeriemärkte sind eine willkommene Alternative zu teuren Markenprodukten. Aber taugen sie auch wirklich was oder spart man eventuell am falschen Fleck? Wo Sie zugreifen und wovon Sie besser die Finger lassen sollten.
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Schlecker, Müller, DM und Rossmann heißen die vier größten Drogerieketten in Deutschland. Von der Antifaltencreme bis zum Hustensaft haben sie alle Eigenmarken im Angebot, die deutlich günstiger sind, als die entsprechenden Markenprodukte. Über 100 dieser Eigenmarken hat die Zeitschrift Ökotest in der Maiausgabe 2010 auf Herz und Nieren geprüft. Dabei wurde auf ganz unterschiedliche Testparameter hin untersucht.

So wurden beispielsweise die Arzneimittel auf ihre Wirksamkeit und ihren Nutzen hin geprüft, bei Kosmetikprodukten für Erwachsene, Kinder und Babys ging es um allergisierende Duft- oder umstrittene Stoffe wie Diethylphthalat. Enthielten Kosmetika etwa künstliche Moschus-Verbindungen oder bedenkliche UV-Filter, gab es Notenabzüge. Die gute Nachricht schonmal vorweg: Die meisten No-Names der Drogerieketten überzeugten im Test. Dreiviertel der untersuchten Produkte schnitten mit gut bis sehr gut ab.
Pflegemittel für Kinder sind preiswert und gut

Vor allem die Kinder- und Babypflegeprodukten überzeugten im Test. So wurden sämtliche Babypflegecremes, parfümfreien Babyfeuchttücher und Babybäder mit „sehr gut“ bewertet. Kleiner Wermutstropfen ist der Einsatz von Duftstoffen bei einigen Baby-Pflegetüchern und den Wundcremes von Müller. Auch steckten PEG/PEG-Derivate in den Kindershampoos von Müller und Schlecker. Diese können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Die entsprechenden Produkte wurden deshalb abgewertet.

Die meisten Kosmetikprodukte überzeugten

Handcremes, Nacht- und Antifaltencremes, Wimperntuschen, After-Shave-Balsam, Flüssigseifen und Duschgele schnitten nahezu alle mit „sehr guten“ und „guten“ Noten ab. Beanstandet wurden allerdings auch hier PEG/PEG-Derivate, die häufig in den Shampoos, Flüssigseifen und Duschgelen aller vier Drogeriemärkte zu finden waren. Drei Produkte fielen leider komplett durch: Das Make-up von Schlecker, der Nagellack von Müller und das Balea Haistyling Haarspray Volumen Extra Stark von DM. Diese Produkte enthielten gleich mehrere problematische und/oder umstrittene Inhaltsstoffe. Das führte zur Testnote „ungenügend“.

Gesundheitsprodukte stark unterschiedlich bewertet

Nasensprays mit Meersalz, Zahncremes sowie Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium, Magnesium und Vitamin C erhielten bei allen vier Drogeriemärkten die Testnoten „sehr gut“ und „gut“. Anders die Mundspüllösungen. Die besten kommen hier grade mal auf ein „befriedigend“, da in allen Produkten ein antibakterieller Wirkstoff eingesetzt wird, der für die tägliche Mundhygiene nicht geeignet ist. Auch die pflanzlichen Schlafmittel kommen nur auf ein „befriedigend“. Kritikpunkt sind hier synthetische Lebensmittelfarbstoffe sowie problematische Hilfsstoffe und bei der Einschlafhilfe von Schlecker zusätzlich die niedrige Dosierung des Baldrians. Durchweg schlechte Noten gab es für die Multivitaminpräparate der Drogerieketten. Sie sind allesamt zu hoch dosiert und enthalten außerdem Stoffe, die nach Ansicht des Bundesamtes für Risikobewertung, in Nahrungsergänzungsmitteln nichts zu suchen haben. Dafür gab es das Testurteil „ungenügend“.
 
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