Getränke
Guter Glühwein?
02.02.2012
Von Florian Junker
Billige Plörre oder wohliger Warmmacher? Mit den Geldsparen-Tipps erkennen Sie Glühwein, der sein Geld wert ist, gut schmeckt und verträglich für Kopf und Magen ist.
Rund 40 Millionen Liter Glühwein trinken die Deutschen im Jahr - und nicht wenig davon ist billigster Fusel. Nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt bekommt man für viele Euro oft nur minderwertigen Mist angedreht und der ist oft auch noch falsch zubereitet.
Bevor Sie eine ganze Runde für Familie oder Freunde bestellen, sollten Sie deswegen einen genauen Blick auf den Stand werfen und im Zweifel erst mal nur einen Testglühwein nehmen. So erkennen Sie dann Abzocker-Plörre, die man sich besser sparen sollte, und wissen, wo Glühwein eher sein Geld wert sein dürfte. Noch preiswerter und leckerer ist unser Glühwein-Grund-Rezept mit günstigem deutschem Wein und wenigen Gewürzen zum Selberbrodeln.
Glühwein-Erkennungsmerkmale
Einen schlechten Glühwein-Stand auf dem Christkindlmarkt zu erkennen, ist gar nicht so schwer: Im schlechtesten Fall steht da einfach ein offener Topf auf der Herdplatte. Die heraus geschöpfte brodelnde Flüssigkeit hat eine bräunliche Farbe und ist erst mal nur heiß. Etwas abgekühlt schmeckt Ihre verbrannte Zunge dann nur einen einseitig süßen Geschmack, der an Marmelade erinnert. Grundsätzlich sollte Glühwein möglichst vor Oxidation geschützt werden, deswegen sind geschlossene Behälter, die weniger Luft an den Wein lassen, vorteilhaft. Außerdem nimmt das Getränk so keine unerwünschten Aromen vom Bratwurststand um die Ecke an. Glühwein sollte außerdem nicht heißer als 75 Grad werden, sonst verliert er Alkohol und der Anteil am möglicherweise der Gesundheit nicht zuträglichen Zuckerabbauprodukt Hydroxymethylfurfural nimmt zu.
Guter Glühwein kommt also aus einem geschlossenen Behälter, mit Zapfhahn und idealerweise Temperaturanzeige. Der Tasseninhalt ist zwar heiß, aber man verbrennt sich nicht den Mund daran. Die in Deutschland übliche Rotweinmischung sollte eine kräftige rote Farbe haben und eher fruchtig schmecken, außerdem sollten die Gewürznoten von Zimt und Nelken gut erkennbar sein. Nur selten werden Sie allerdings auf einem Weihnachtsmarkt wirklich edlen Wein in den Becher bekommen. In der Regel liegt der Warenwert pro 0,2-Tasse bei 20 bis 30 Cent und dementsprechend ist halt auch die Qualität des Weins begrenzt. Ähnliches gilt für gekauften Glühwein aus dem Supermarkt, der durchaus lecker sein kann. Aber man darf sich für ein oder zwei Euro pro Liter auch keine Wunder erwarten. Eine Garantie für beste Qualität gibt es nur für Selbstgebrodeltes.
Heimbrodler-Mischung
Hier gilt der Grundsatz: Verwenden Sie am besten Wein, den Sie auch normalerweise gerne trinken und vertragen. Für Glühwein besonders geeignet sind liebliche Sorten mit wenig Gerbsäuren, denn hier kann beim Zucker gespart werden und sie sind besonders magenfreundlich. Insbesondere die ansonsten oft unter Weinkennern wenig beliebten deutschen Rotweine bieten hier so manches Schnäppchen. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Flascheninhalt in einen nicht zu großen Topf füllen. Glühweingewürzmischungen aus dem Supermarkt - zum Beispiel im Teebeutel - hineinhängen. Je nach Weinsorte und Geschmack bis zu drei Esslöffel Zucker beimischen. Deckel auf den Topf! Direkt vor dem Genuss kurz erwärmen, nicht aufkochen lassen und am besten sofort ausschenken und genießen.
Verfeinern lässt sich das Ganze auch noch: Statt der Gewürz-Fertigmischung einfach ca. drei Nelken und ein bis zwei Stangen Ceylon-Zimt kaufen - letzterer enthält weniger Cumarin, das bei billigerem Zimt Kopfschmerzen machen kann. Ab mit den Gewürzen in den Wein. Den Sud ein paar Minuten sanft erwärmen und eine Stunde ziehen lassen, danach Nelken und Zimt herausfischen. Gut verschlossen hält sich das Gebräu auch ein oder zwei Tage im Kühlschrank oder auf dem kalten Balkon. Direkt vor dem Trinkgenuss erwärmen und eine Scheibe ungespritzte Bio-Orange oder -Zitrone in die Tassen geben, das gibt dem Ganzen ein frisch-fruchtiges Finish. Prosit!
Über Weihnachtsmärkte bummeln, Plätzchen backen oder gemütlich beieinander sitzen. Wir geben Ihnen nützliche Tipps, um die Wochen stressfrei zu gestalten und die Kosten im Zaum zu halten.
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