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Soziale Netzwerke

Google+ attackiert Facebook

23.08.2011
Von Alexander Sedlak
Mit Google+ ist vor allem für Facebook ein Konkurrent auf den Plan getreten, der schon wegen der Marktmacht des Betreibers ernst zu nehmen ist. Worin sich die  Angebote unterscheiden und wo ihre Stärken und Schwächen liegen.
Soziale Netzwerke Google+ attakiert Facebook
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Fast jeder dritte Deutsche ist Mitglied bei Facebook, dem beliebtesten sozialen Netzwerk im Internet. Diesen Netzwerken, zu denen man einen personalisierten Zugang mit Zugangskennung benötigt, liegt der Gedanke zugrunde, dass die Nutzer eine große Gemeinschaft (Community) bilden. Die Beziehungen untereinander werden von diesen selbst verwaltet. Abgebildet werden können beispielsweise Freundschaften, geschäftliche Kontakte oder Studenten- und Schülerbeziehungen.

Viele der Angebote wenden sich an einen bestimmten Kreis potenzieller Nutzer, andere dagegen sind sehr offen und quasi für alle Zwecke zu verwenden. Mit über 700 Millionen Nutzern ist Facebook derzeit der Marktführer. Doch es gibt Konkurrenz, seit neuestem von mächtiger Seite. Seit Ende Juni 2011 ist Google+, das neue Online-Angebot des Internet-Giganten Google, erreichbar. 

Obwohl die Registrierung nur nach Einladung möglich ist, stieg bei Google+ gleich nach dem Onlinestart die Zahl der registrierten Nutzer schnell an. Doch das Verfahren soll sich bald ändern und dann werden auch Selbstregistrierungen möglich sein. Aktuell sind rund 25 Millionen Nutzer weltweit bei Google+ registriert, im Vergleich zu Facebook also noch wenig. Das könnte sich aber rasant ändern.

Facebook gegen Google+: Vollgestopft gegen aufgeräumt

Öffnet man in einem Browserfenster den Google+-Account und in einem weiteren den von Facebook, so wird eines der Haupt-Unterscheidungsmerkmale sehr schnell deutlich: Das Google+-Fenster ist aufgeräumt, die Funktionen erklären sich quasi von selbst und die Bedienung ist einfach. Anders verhält es sich im Facebook-Fenster, hier findet sich keine leere Fläche mehr, alles ist voller Schaltflächen, Links und Hinweisen. Es mag ja daran liegen, dass im Google+ Projekt schlicht noch nicht so viele Funktionen vorhanden sind und deshalb alles viel aufgeräumter erscheint. Andererseits darf man sich daran erinnern, wie Google vor Jahren als reine Internetsuchmaschine angetreten ist; die spartanische Darstellungsweise der Seite ist google-typisch und bis heute ein Erkennungsmerkmal geblieben.

Bei Facebook ist die Möglichkeit, selbst verfasste oder per Link eingestellte Informationen nur einem bestimmten Kreis von Benutzern zugänglich zu machen, nur sehr einfach gehalten. Mit den Facebook-Lists geht das zwar schon, aber die Bedienung und Verwaltung der Freundeslisten ist recht kompliziert.

Bei Google+ hingegen verhält es sich anders, jeder kann beliebige Freundeskreise von Kontakten erstellen und nutzen. Die werden dann tatsächlich in Form von farbigen Kreisen auf dem Bildschirm dargestellt. Jedem dieser Kreise können Mitglieder zugeordnet und die Informationen, die man mit den jeweiligen Mitgliedern teilen mag, werden ganz einfach in den betreffenden Kreis gezogen und dort losgelassen. Das ist originell und zudem wirklich leicht verständlich. Es ist auch gar nicht nötig, dass alle Empfänger und Kontakte Mitglied bei Google+ sind. Sofern von einem Kontakt eine gültige E-Mailadresse vorliegt, kann dieser mit Informationen, Bildern oder Hinweisen versorgt werden.
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