Die Digitalfotografie ist heute Standard. Kompakte und einfach zu bedienende Kameras liefern in den meisten Situationen gute Bilder. Doch immer wieder kommt es vor, dass das fotografierte Objekt zu hell oder zu dunkel ist, unscharf oder in merkwürdigen Farben erscheint.
Dank der Digitaltechnik sind heute auch Laien in der Lage, Fotos manuell zu bearbeiten und dadurch deutlich zu verbessern. Dazu ist nur ein Programm für die Bildbearbeitung erforderlich.
Am häufigsten muss bei diesen Problemen nachgeholfen werden:
- Rote Augen
- Bildschärfe
- Helligkeit bzw. der Tonwertumfang
- Bilder drehen oder spiegeln
- Bildfarben
- Bildausschnitt
Ein Programm sollte diese Anforderungen beherrschen und darüber hinaus beim Archivieren der Fotos oder auch beim Versenden von Fotos per E-Mail helfen. Die Anforderungen an eine solche Software sind individuell stark unterschiedlich und hängen auch von der verwendeten Kamera ab. Manche Modelle arbeiten nicht ganz sauber beim Fotografieren mit Blitz, andere produzieren unter bestimmten Bedingungen einen Farbstich und so weiter.
Generell gilt: Je mehr und je besser eine Software bestimmte Manipulationen an Fotos erlaubt, desto weniger Grenzen sind dem Benutzer gesetzt. Meist erhöht sich aber mit den Funktionsvarianten auch die Komplexität der Anwendung.
Wir stellen Ihnen drei kostenlose Programme zur Bildbearbeitung vor:
1. Paint.Net
Dieses Programm ist eine Weiterentwicklung des bei Windows gratis mitgelieferten Programms Paint mit vielfältigen und ausgereiften Funktionen. Besonders auffällig sind die halbtransparenten Werkzeugfensterchen, durch die während der Nichtbenutzung das gerade bearbeitete Bild sanft durchscheint. Ebenfalls gelungen ist die Funktion Rückgängig machen: Alle Bearbeitungsschritte, die an einem geöffneten Bild vorgenommen wurden, können rückgängig gemacht werden. Positiv fällt noch auf, dass die Mehrebenentechnik unterstützt wird, was bei komplexeren Bearbeitungen von Vorteil ist.
Paint.Net hat recht hohe Anforderungen an die Systemressourcen des PC, was bei einem so kleinen Programm überraschend ist. Für den Betrieb ist die .NET-Software von Microsoft erforderlich, die auch kostenlos ist. Das Installationsprogramm weist darauf hin, falls eine Installation von .NET nötig sein sollte.
2. Gimp
Gimp ist das bekannteste und anspruchsvollste kostenlose Programm für die Bildbearbeitung. Es kommt mit mächtigen und umfangreichen Funktionen daher und muss sich in vielen Punkten nicht hinter der kommerziellen Standardsoftware Photoshop verstecken. Gimp beherrscht alle oben genannten Mindestanforderungen - und weitaus mehr.
Allerdings kann die Funktionsvielfalt zu Problemen hinsichtlich der Bedienbarkeit führen. Deshalb sollten die Programmhilfedateien mitinstalliert werden, was in einem separaten Schritt erfolgt. Dieses Hilfsdokument ist umfangreich und verständlich geschrieben - alternativ kann das Dokument auch online unter diesem
Link aufgerufen werden.
Etwas überraschend ist, dass dass das Programm nicht in einem übergeordneten Programmfenster auf dem Bildschirm erscheint. Die verschiedenen Werkzeugfenster erscheinen als einzelne Fenster, jeweils mit einem separaten Button in der Taskleiste.
Gimp kommt auch mit weniger üppig ausgestatteten Rechnern gut zurecht, als Mindestmaß sind z.B. 128 MB Arbeitsspeicher empfohlen, wobei besonders bei großen Bildern mehr Speicher deutliche Vorteile an Geschwindigkeit und Flexibilität bringt. Gimp kann unter Windows, Linux und Mac betrieben werden. Entsprechende Programmpakete stehen zum Herunterladen bereit.
3. Irfanview
Irfanview wurde ursprünglich nur zum Betrachten von Digitalbildern geschaffen, kann mit einigen Ergänzungen aber zu einem brauchbaren Programm für die Bildbearbeitung umfunktioniert werden. Auf der
Homepage des Entwicklers dazu auf den Bereich
Download klicken und die neueste Programmversion (Download Irfanview) herunterladen. Anschließend sind die Plugins (Download Irfanview Plugins) noch herunterzuladen. Nach der Installation des Programms können gleich noch die Plugins für die Bildbearbeitung installiert werden. Ein Bild kann dann über das Bild-Menü mit einfachen Werkzeugen und Filtern extensiv bearbeitet werden. Am besten einfach mal ausprobieren, ob man damit klar kommt.