Trojaner, Viren und Co.
Gefahren im Netz
06.12.2011
Von Alexander Sedlak
Gefahren, die aus dem Internet drohen, sind vielfältig und unübersichtlich. Doch was verbirgt sich in Wahrheit hinter all den verschiedenen Arten von Angreifern. Geldsparen.de klärt auf mit dem Glossar der aktuellen Bedrohungen.
Liest man etwas über Computer, so geht es fast zwangsläufig auch um das Thema Sicherheit, um Bedrohungen aus dem Internet und um Schutzmaßnahmen, die jeder Nutzer ganz einfach befolgen muss. Häufig geht es um Viren, aber auch um Trojaner, Backdoors und Bootkits.
Virus
Das Computervirus ist quasi das Ur-Schreckgespenst für Computernutzer. Von einem Virus kann ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgehen. Ein Computervirus infiziert einen Computer mit Schadcode. Das Besondere daran ist, dass er vom Nutzer manuell gestartet werden muss. Computerviren werden über Dateien verbreitet, die mit dem Virus infiziert sind. Für den Nutzer ist nicht ohne weiteres erkennbar, ob eine Datei einen Virus enthält oder nicht. Die Verbreitung erfolgt hauptsächlich über E-Mail, USB-Sticks und Tauschbörsen. Antivirus-Software kann wirkungsvoll vor Infektionen durch Computerviren schützen. Welche Gefahr konkret von einem Virus ausgeht, hängt davon ab, welche bösen Absichten der Programmierer hatte, der das Virus kreiert hat.
Wurm
Ein Computerwurm ist eng verwandt mit dem Typus des Computervirus. Gefahrenpotenzial und Auswirkungen, die durch einen Wurm drohen, sind ganz ähnlich. Was einen Wurm so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass er sich selbsttätig verbreitet und aktiviert. Ein Wurm ist nicht auf einen Wirt angewiesen, also eine Datei, die er für seine Zwecke missbraucht. Es kann z.B. schon genügen, einen wurmverseuchten USB-Stick einzustecken, und schon ist der Rechner verseucht und der Wurm sorgt dann über die vorhandenen Kommunikationswege (z.B. Netzwerkanschluss) für seine Verbreitung. Die Infektion erfolgt immer über Sicherheitslücken im Betriebssystem oder in Anwendungsprogrammen, daher ist es wichtig, den Rechner stets mit allen Sicherheitsupdates auf dem aktuellen Sicherheitsstand zu halten.
Trojaner
Einen ganz anderen, aber nicht minder hinterhältigen Ansatz verfolgt ein Trojaner. Er kommt stets in harmlosem Gewand daher, beispielsweise als Bildschirmschoner, Videodatei oder als scheinbar notwendiges Zusatzprogramm einer bereits vorhandenen Software. Nicht wenige öffnen beispielsweise unbekannte oder unverlangt zugesandte E-Mail-Anhänge, weil sie so harmlos wirken. Doch: Wurde ein Trojaner erst aktiviert, versucht er gewöhnlich das Betriebssystem gegenüber dem Internet zu öffnen, er öffnet eine sogenannte Backdoor. Die Folge ist gewöhnlich die, dass automatisch zusätzliche Schadsoftware nachgeladen wird. Die Folgen sind nicht absehbar. Gute Virenscanner können wirkungsvollen Schutz gegen Trojaner bieten.
Spyware
Spyware, das ist der Oberbegriff für alle Arten von Programmen, die sich unbefugt Zugang zum Computer verschaffen können, und dort dann alle möglichen Arten von Informationen sammeln, Screenshots, Kontodaten, Passwörter etc. Diese werden dann per Internetverbindung an den Hersteller der Spyware versendet. Spyware kann dazu verwendet werden, Computernutzungsverhalten auszuspionieren, es kann aber auch für ganz massive Missbrauchsdelikte verwendet werden. Insofern gibt es sozusagen "gute" und böse Spyware.
Da aber die Böses wollenden Programme sozusagen in der Übermacht sind, empfiehlt es sich, solche Software generell zu verbannen, sofern es überhaupt möglich ist. Das hinterhältige daran ist, dass der Nutzer gewöhnlich überhaupt nicht bemerkt, dass der Rechner ausgespäht wird. Die Spyware richtet ja auch keinen direkten Schaden am PC an, der zu erwartende Schaden erfolgt quasi erst in der Folge der eigentlichen Spionagetätigkeit, durch die kriminelle Nutzung der erspähten Informationen. Umfassende Sicherheitssuiten schützen wirksam vor Spyware. Eine kostenlose Alternative ist das Programm Spybot Search & Destroy. Es scannt den Computer nach vorhandener Spyware, allerdings ist es wichtig, die Software auf dem aktuellen Stand zu halten. Auf der Homepage sind alle erforderlichen Informationen gut beschrieben.
Rootkit
Rootkits selbst beschädigen nichts direkt am Computer. Sie spionieren nicht, sie beschädigen keine Software und sie verbreiten sich nicht auf andere Computer, um dort weiteren Schaden anzurichten. Die Aufgabe eines Rootkit ist es, die eigentlichen Schädlinge, also Trojaner, Viren, Würmer etc., so zu verstecken, dass möglichst kein Virenscanner sie findet. Das Rootkit versteckt sich selbst ebenso vor dem Virenscanner und es ist mitunter fast unmöglich, diese Schädlinge aufzuspüren. Um Rootkits zu finden und zu deaktivieren, muss mit einem Trick gearbeitet werden. Die Internet-Security-Programmsuite von Kaspersky zum Beispiel bietet die Möglichkeit, den Computer mit einem anderen Betriebssystem zu betreiben, und von hier aus kann die gesamte Festplatte wirksam nach dieser Form digitaler Schädlinge untersucht werden.
Malware
Einen Schädling des Typs Malware gibt es nicht, denn dieser Begriff bezeichnet die Gesamtheit aller digitalen Schädlinge, siehe oben. Um sich vor Malware wirkungsvoll zu schützen, kann ein auf drei Säulen beruhendes Sicherheitskonzept angeführt werden. Erstens ist es wichtig, eine Antivirensoftware zu installieren, die mindestens täglich aktualisiert wird. Zum zweiten ist es ganz wichtig, das Betriebssystem und alle Anwendungsprogramme stets aktuell zu halten. Das heißt, automatische Updates sollten aktiviert sein. Als dritte wichtige Maßnahme ist die Verwendung einer Firewall zu nennen, die Angriffe von außen abwehrt und die unbefugte Abwanderung von Daten von innen blockiert. Ein weiterer "Typ von Malware" kann wiederum mit den gewöhnlichen Hilfsmitteln kaum in Zaume gehalten werden, siehe unten.
User
Experten bestätigen immer wieder, die mit Abstand größten Schäden in der Welt der IT entstehen durch die Person, die vor dem Rechner sitzt. Mithin ist der User selbst das größte Sicherheitsrisiko. Die Vermutung, dass alle Bemühungen die Sicherheit zu verbessern letztlich nie hundertprozentig sicher sein können, solange sich die User so verhalten, wie sie es tun. Obgleich es bekannt ist, dass man keine dubiosen E-Mail-Anhänge bedenkenlos öffnen sollte, obwohl man weiß, dass kostenlose Tauschbörsen für Musik und Videos große Gefahren beinhalten können und trotz zahlreicher Warnungen vor der Verwendung von Erotikangeboten zweifelhafter Herkunft, ist es immer wieder dasselbe: Die Nutzer lernen nichts dazu. Es hilft wohl nur, Warnungen und Sicherheitshinweise unablässig zu wiederholen.