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Computer

Schluss mit dem Lärm

30.09.2011
Von Alexander Sedlak
Vor wenigen Jahren kam die Idee des Volks-PC auf, angelehnt an den legendären Volkswagen Käfer. Der Volks-PC sollte günstig und für die wichtigsten Anwendungen ausreichend ausgestattet sein. Tatsächlich zeichneten sich die Geräte weniger durch Leistung, sondern mehr durch Lautstärke aus.
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Doch nicht nur, die als Volks-PC vertriebenen Geräte sind betroffen, das Problem ist quasi in allen Preisklassen zu finden.

Der Lärm kommt vom Kühlgebläse des Netzteils oder der Prozessorkühlung, auch schnell laufende CD- und DVD-Laufwerke tragen dazu bei. Und schließlich gibt es auch Festplatten, die beim Datenzugriff penetrant klacken, klicken und surren. Bis heute stehen viele tausend dieser Lärmmaschinen in den Wohnungen, und es werden immer noch viele PC mit lautem Gebläse verkauft, auch solche, die nicht zu den unteren Preisklassen gehören.

Dieser Lärm kann einem gründlich auf die Nerven gehen. Dennoch besteht kein Grund, gleich ein neues Gerät zu kaufen. Die Kosten von mindestens 300 Euro kann man sich sparen, indem man die Lärmquellen ausfindig macht und ein wenig Zeit und Geld für Ersatzteile in die akustische Optimierung des Rechners investiert - eine gewisse Erfahrung mit Elektroarbeiten ist allerdings von Vorteil.
Laute Lüftergebläse dämpfen

Als erstes sicherstellen, dass alle Lüftungsschlitze des Rechners frei sind und das Gerät hinreichend mit Frischluft versorgt wird. Als nächstes gilt es, den Störenfried zu finden. Die meisten Rechner haben einen Lüfter für das Netzteil und einen für den Prozessor auf der Hauptplatine. Ist eine separate Grafikkarte eingebaut, kann hier ein weiterer Lüfter vorhanden sein.

Zur Diagnose, welcher der vorhandenen Lüfter der laute Übeltäter ist, das Gehäuse öffnen und den Rechner einschalten. Lässt sich die Lärmquelle nicht zweifelsfrei lokalisieren, kann man per Fingerdruck auf die Lüfternabe den Ventilator des Prozessors für 1 bis 2 Sekunden (maximal!) anhalten. Verstummt der Lärm, hat man den Schuldigen entdeckt. Der Prozessorlüfter auf der Hauptplatine lässt sich leicht austauschen, ab ca. 8 Euro bekommt man ein leistungsfähiges und leises Ersatzteil. Auf keinen Fall den Lüfter längere Zeit blockieren, die empfindliche Elektronik kann innerhalb von Sekunden überhitzen und dann ist das betroffene Bauteil womöglich irreparabel beschädigt.

Die Lüfter der Grafikkarte und des Netzteils kann man gewöhnlich nicht wechseln. Hier muss man das ganze Bauteil ersetzen. Eine Werkstatt nimmt dafür einen Pauschalbetrag von 25 bis 50 Euro allein für die Arbeitszeit. Wer eine gewisse Erfahrung mit Elektroarbeiten hat, kann dieses Geld sparen, und den Austausch selbst vornehmen. Wichtig: Die Einbauanweisungen genau beachten.

Eine weitere Möglichkeit, die Lautstärke der vorhandenen Lüfter zu reduzieren, ist der Einbau einer Lüfterregelung, zum Beispiel "i-Control Fancontroller" von Innovatek (Navigationspunkt "Shop" / "Fancontroller + Sensorik" / "Lüftersteuerungen") Dadurch laufen die Ventilatoren nicht ständig unter Vollast, sondern immer nur den Anforderungen entsprechend automatisch angepasst. Lüfterregelungen sind ab ca. 30 Euro erhältlich, der Einbau ist kein Hexenwerk, aber schon etwas umfangreich.

Festplatten-Lärm mindern

Ist der Rechner mit dem Betriebssystem Windows 2000 oder Windows XP ausgestattet, kann eine sehr laute Festplatte mit dem kostenlosen Programm Silent Drive (Download von www.chip.de) leiser gemacht werden; das Programm gibt es allerdings derzeit nur auf englisch, Installation und Bedienung sind aber sehr einfach gehalten. Wermutstropfen: Silentdrive funktioniert nur mit IDE-Festplatten, SCSI-Platten oder die aktuellen SATA-Laufwerke können leider mit Silentdrive nicht "beruhigt" werden. Zudem gilt: Mit abnehmender Lautstärke der Festplattengeräusche sinkt auch die Zugriffsgeschwindigkeit der Platte. Es dauert dann länger, eine Datei zu öffnen oder zu speichern.

Tipp: Das Problem ist bekannt, sowohl bei den Herstellern als auch bei den Händlern. Wer seinen PC innerhalb des privaten Wohnraums aufzustellen plant, womöglich im Schlafzimmer, sollte schon beim Kauf nach der Lautstärkeentwicklung des Geräts fragen. Die meisten Händler haben auch Geräte im Angebot, die besonders leise sind.
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