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Wandfarben

Selbst günstig herstellen

08.11.2011
Von Florian Junker
Sie wollen streichen? Dann kann der Einkauf im Baumarkt zu einem kostspieligen Ausflug werden. Denn qualitativ hochwertige Wandfarben oder Holzlasuren haben einen stattlichen Preis. Sparfüchse greifen da lieber auf Hausgemachtes zurück. Denn aus Zutaten wie Quark, Leim und Bier lässt sich viel Gutes zum kleinen Preis herstellen! Geldsparen.de verrät die besten Tricks aus der „Farb-Küche“.
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Am Anfang aller Streichkünste steht eine streich- und strapazierfähige Farbe und die hat ihren Preis. Rund 24 Euro zahlt man im Baumarkt durchschnittlich für den 5-Liter-Eimer vom Markenhersteller – und damit ca. 0,70 Euro pro gestrichenem Quadratmeter. Im Vergleich lässt sich mit selbergemixten Farben je nach „Zutaten“ weit über die Hälfte sparen!


Das Grundrezept

Ob selbstgemacht oder gekauft: Farben sind immer gleich zusammengesetzt, aus den Grundzutaten Farbpigmenten, Bindemittel und Lösungsmittel. Das Bindemittel sorgt dafür, dass sich die Pigmente mit der Wandoberfläche verbünden und so ein haltbares Ergebnis entsteht. Das Lösungsmittel hält Bindemittel und Pigmente im Farbeimer flüssig und streichfähig. Kommt die Paste an die Wand oder aufs Möbelstück verdunstet das Lösungsmittel, die Farbe beginnt zu trocknen. Die besten Rezepte, für je 40 Quadratmeter:

Die Quark-Farbe

Sie brauchen: Fünf Kilogramm Magerquark (ca. 4,50 Euro), ein Kilo Sumpfkalk (ca. 3,50 Euro), ca. drei Liter Wasser als Lösungsmittel, sowie Farbpigmente auf Wunsch (zehn Gramm ca. zwei Euro).
So wird’s gemacht: Geben Sie den Quark in einen Farbeimer. Wasser zugeben und an einem warmen Platz etwas durchziehen lasssen. Danach den Sumpfkalk einrühren (Nicht vergessen: Handschuhe und Schutzbrille). Gleich verwenden.
Die Vorteile: Fertige Quarkfarbe ist weitgehend frei von gefährlicher Chemie – und überraschend günstig: Ab zehn Euro bekommt man die Zutaten für die sogenannten „Kaseinfarbe“, benannt nach dem im Quark vorhandenen Milcheichweiß.
Extra-Tipp: Je nach Untergrund deckt die Quarkfarbe nicht gleich beim ersten Mal hundertprozentig, gerade auf Holz deswegen mehrfach aufstreichen.
Kosten: 0,35 Euro/Quadratmeter gestrichene Fläche


Die Leim-Farbe

Sie brauchen: Tapetenkleister als Bindemittel (ca. fünf Euro pro Packung), Champagnerkreide (zehn Kilo ca. 14 Euro im Bastelladen), Wasser als Lösungsmittel und Farbpigmente nach Wunsch.
So wird’s gemacht: Setzen Sie den Tapetenkleister mit Wasser an (siehe Beschreibung auf der Packung) und rühren Sie die Kreide unter. Pigmente einrieseln lassen und untermengen.
Die Vorteile: Allergiker können sich doppelt freuen, denn Leimfarbe besteht nicht nur ausschließlich aus natürlichen Zutaten. Die Champagnerkreide in der Leimfarbe nimmt außerdem gut Feuchtigkeit auf und gibt sie erst nach und nach wieder ab. Ob in Küche oder Bad beugt Leimfarbe daher Schimmelbildung vor. Leimfarbe eignet sich nicht nur als Wandfarbe, sondern auch zum Streichen von Holz.
Extra-Tipp: Tapetenkleister ist wasserlöslich! Leimfarbe daher nur im Innenbereich verwenden.
Kosten: ca. 0,55 Euro/Quadratmeter gestrichene Fläche

Die Bier-Lasur

Sie brauchen: acht bis zehn Flaschen Bier (ca. acht Euro) – die Stammwürze wirkt wie ein Bindemittel, das Wasser im Bier ist das Lösungsmittel. Dazu Pigmente nach Farbwunsch. Tipp: Je dunkler das Bier, desto mehr Stammwürze hat es und umso mehr Farbpigmente kann es binden.
So wird es gemacht: Pigmente in das Bier einrieseln lassen und verrühren – fertig!
Die Vorteile: Bier-Lasur ist blitzschnell hergestellt, funktioniert auch auf Zimmerwänden, aber besonders gut auf Holz.
Extra-Tipp: Veredeln Sie Holz-Tische oder Türen mit der Bier-Lasur. Denn das Bier kann nur wenige Farbpigmente binden, die Lasur bleibt leicht durchsichtig. Da sich die Farbpigmente mit der Zeit absetzen, entsteht eine gewollt ungleichmäßige Farbstruktur, die der natürlichen Holzmaserung ähnelt.
Kosten: ca. 0,28 Euro/Quadratmeter gestrichene Fläche

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Leserkommentare

Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
06.11.2011 14:42 Uhr
ilona paulino: farb lasuren
finde ich super, sitze in africa und habe probleme lasuren zu kaufen. werde auf alle faelle die bierlasur in meinem neuen haus ausprobieren.......denn bier, gibt es sogar hier
11.01.2011 21:10 Uhr
Christopher Wille: giftig
Ich hab gelesen, dass Borax fortpflanzungsschädigend ist und daher als giftig eingestuft wird.
29.09.2009 12:17 Uhr
Redaktion: Ja, anfangs schon...
...der Bierduft verfliegt aber nach dem Trocknen - spätestens nach ein paar Tagen. Auch bei chemischen Lösungs- und Bindemitteln dauert es allerdings eine Weile bis der Anstrich vollständig geruchsfrei ist und Biergeruch ist wenigstens mit Sicherheit nicht gesundheitsschädlich.
26.09.2009 19:53 Uhr
Rudolf Erlach: Bier-Lasur
Stinkt das Ganze dann nicht ziemlich penetrant nach Bier ?
20.07.2009 15:14 Uhr
Redaktion: Da hilft nur Ausprobieren!
Farbpigmente gibt es manchmal in sehr gut sortierten Baumärkten, ganz sicher im Künstlerbedarfs-/Bastelladen oder zum Beispiel unter junghans-creativ.de oder farbpigmentshop.de im Internet. Das Mischungsverhältnis ist abhängig von der gewünschten Farbe und der Stammwürze des verwendeten Bieres. Wenn möglich mit wenig Pigmenten anfangen und an einer unauffälligen Stelle auftragen. Dann langsam die Pigmentmenge steigern, bis die gewünschte Farbe erreicht ist.
18.07.2009 07:38 Uhr
marie eleganz: Die Bier-Lasur
Das hört sich sehr gut an.
Meine Fragen: Woher bekomme ich die Farbpigmente? Zur welchem Verhältniss mische ich es? Danke.
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Foto: colourbox.com ID:2179
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