Schimmelgefahr
Endlich entfeuchtet
13.04.2012
Von Florian Junker
Ob Alt- oder Neubau, zur Miete oder im Eigenheim: Viele Deutsche schlagen sich nicht nur in der kalten Jahreszeit mit Feuchtigkeitsproblemen rum. Wer das Problem nicht löst, riskiert seine Gesundheit, Ärger mit dem Vermieter oder wertmindernde Schäden am Eigenheim. Geldsparen erklärt, wie sich die Schimmelgefahr günstig vermeiden lässt.
Es kann jeden treffen: Schlechtes Raumklima, schwarze Flecken an der Wand, gesundheitsschädliche Schimmelsporen in der Luft. Gerade wenn in der kühlen Jahreszeit Fenster und Türen immer öfter geschlossen bleiben, kann Feuchtigkeit zu großen Problemen führen. Auch in frisch gebauten oder umfassend sanierten Gebäuden wird der Wassergehalt der Luft oft kritisch. Denn je besser isoliert und abgedichtet Räume werden, desto weniger verzeihen sie Lüftungsfehler oder Baummängel. In Altbauten sammelt sich das Wasser noch an den einfach verglasten Fenstern und kann leicht abgewischt werden, aber auch hier können falsche Sparmaßnahmen zu ernsthaften Problemen führen.
Im Baumarkt gibt es von wasserbindenden Kristallen bis zu elektrischen Entfeuchtern jede Menge Hilfsangebote. Fachmänner empfehlen dagegen gerne komplette Kellersanierungen oder kontrollierte Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung. Allerdings können solche Profi-Problemlösungen schnell einige tausend Euro kosten und sind im nachträglichen Einbau oft unwirtschaftlich. Mit diesem Wissen bringen Sie Ihre Räume günstiger ins Trockene:
Laues Lüften
Ob überhaupt ein Problem mit Feuchtigkeit besteht, lässt sich unkompliziert feststellen, bevor sich Schimmelflecken zeigen. Elektronische Hygrometer zur Messung der Luftfeuchtigkeit gibt es ab zehn Euro im Internetversandhandel. Zeigt das Gerät in manchen Räumen ständig Werte über 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit an, sollten Sie aktiv werden. Die einfachste Maßnahme ist praktisch umsonst: Lüften. Denn kalte Außenluft hat fast immer - in der Regel sogar bei regnerischem Wetter - weniger Wassergehalt als warme Raumluft. Wer also dreimal oder öfter pro Tag alle Fenster gleichzeitig für fünf bis zehn Minuten aufreißt, kann viele Probleme vermeiden. Allerdings ist diese Maßnahme noch kein Allheilmittel, denn durch falsche Sparsamkeit kann das Lüften zum Beispiel ineffektiv werden.
Hilfreiches Heizen
Wer etwa morgens beim Verlassen der Wohnung alle Heizkörper abdreht und die Fenster auf Kippstellung stellt, tut sich oft keinen Gefallen. Da über den Tag Wände und Möbel auskühlen, kostet es verhältnismäßig viel Energie und dauert lang, alles gegen Abend wieder aufzuwärmen. Erhöht sich nach der Heimkehr schlagartig der Wassergehalt der Luft zum Beispiel durch Kochen oder Duschen, kondensiert Feuchtigkeit auf dem noch kalten Mobiliar – und den Wänden. Mögliche Folgen: Muffelgerüche, Sporenbildung, Stockflecken. Gerade in eher anfälligen Räumen sollte deswegen möglichst gleichmäßig geheizt und lieber die Temperatur ein Grad wärmer als kälter gestellt werden. Denn nur warme Luft kann große Mengen Feuchtigkeit, die in Küche, Bad und Co. entstehen, aufnehmen und beim Stoßlüften mit nach draußen befördern. Neben dem richtigen Luftaustausch, bietet aber auch der Handel clevere Hilfsmaßnahmen.
Kernige Kristalle?
Einsteiger probieren es gerne mit günstigen Kristallbehältern aus dem Baumarkt, die es ab zehn Euro aufwärts zu kaufen gibt. Hier saugt eine chemische Substanz die Feuchtigkeit aus der Luft. Vorteil: Kein Lärm und kein Stromverbrauch. Nachteil: Die Kristallsubstanz muss regelmäßig ausgetauscht werden und die Entfeuchtungsleistung ist am Anfang deutlich stärker als am Schluss. Insgesamt eignen sich die Systeme gut für selten benutzte Räume (zum Beispiel Gästezimmer), in denen nur wenig „neue“ Feuchtigkeit nachkommt. In stärker frequentierten Wohnräumen, Küchen oder Bädern, in denen mehrere Liter Wasser pro Tag in die Luft gehen, stößt diese Technik schnell an ihre Grenzen. In jedem Fall ersetzt sie nicht das Lüften.
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