Die deutschen Bezeichnungen „Normal“, „Super“, „Super plus“ und Diesel sind in vielen anderen Ländern nicht gebräuchlich. Das kann zu Schwierigkeiten führen, wenn man im Ausland unterwegs ist, dringend tanken muss und nicht weiß, wie der benötigte Sprit dort heißt.
Ein paar Liter Benzin im Dieseltank können die gesamte Einspritzanlage ruinieren und Reparaturkosten in Höhe von mehreren tausend Euro nach sich ziehen. Auch Diesel im Benzintank oder Normalbenzin statt Super, wird von einigen Motoren nicht ohne Weiteres verkraftet. Autofahrer sollten deshalb penibel darauf achten zum richtigen Zapfhahn zu greifen. Im Ausland ist das allerdings oftmals leichter gesagt als getan.
Gasolina oder Gasóleo?
Gute Frage, wenn man zum Beispiel in Spanien unterwegs ist und Dieselkraftstoff benötigt. Gasóleo wäre die richtige Antwort. Gasolina wäre dagegen fatal und würde für eine außerplanmäßige und teure Urlaubsunterbrechung sorgen. Vor Urlaubsantritt sollte man sich deshalb unbedingt schlau machen, wie die benötigte Spritsorte in den unterschiedlichen Ländern heißt. Ein übersichtliches und umfassendes Kraftstoffwörterbuch findet man zum Beispiel auf den Seiten des
AVD.
Auf die Oktanzahl achten
Hierzulande übliche Zusatzbezeichnungen beim Benzin wie „Super“ oder „Super plus“ suchen viele deutsche Autofahrer im Ausland vergeblich. In manchen Ländern wird die Qualität in Sternen angegeben oder auch mit dem Zusatz „Premium“ versehen. Eine gute Orientierung bietet hier die Oktanzahl, die an den meisten Zapfsäulen direkt abzulesen ist: 95 ist Super und 98 ist Super Plus. Normalbenzin verschwindet, ähnlich wie in Deutschland, auch im Ausland zunehmend. Wird es dennoch angeboten, muss es für herkömmliche Motoren mindestens 91 Oktan haben. Stehen zwei Oktanzahlen auf der Zapfsäule, gilt die höhere, die mit dem Zusatz ROZ versehen ist.
Was ist mit Biokraftstoffen?
Leider unterscheiden sich die örtlichen Biotreibstoffe in Qualität und Zusammensetzung nicht selten gewaltig. Wer trotzdem auch im Ausland „Bio“ tanken möchte, der sollte deshalb unbedingt vorher mit der Werkstatt seines Vertrauens sprechen, was der Motor genau benötigt und auch verträgt, damit er anschließend keine unangenehmen Überraschungen erlebt.
Das gilt für Gasfahrzeuge
Autogas ist inzwischen relativ weit verbreitet und in vielen Ländern erhältlich. Aber auch hier wechseln die Namen bzw. Abkürzungen. Für Flüssiggas findet man oft die Bezeichnung „Liquified Petroleum Gas“ oder auch kurz „LPG“. Erdgas wird meist unter der Bezeichnung „CNG“ angeboten. Das steht für „Compressed Natural Gas. Nicht selten heißt es aber auch einfach nur Methan. In Italien findet man für letzteres auch gerne die Abkürzung „M“.
Reservekanistern nicht überall erlaubt
Wer nun auf die Idee kommt sich sicherheitshalber einfach eine Portion „deutsches“ Benzin im Reservekanister einzupacken, der sollte wissen, dass das Mitführen von Reservesprit nicht in allen EU-Ländern erlaubt ist. In Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Ungarn, beispielsweise, ist es verboten. In Italien, Österreich und Portugal dürfen nur maximal zehn Liter transportiert werden. In Serbien und Montenegro sind es sogar nur fünf.