Benzinpreise
Mehr Kilometer für eine Tankfüllung
20.04.2011
Von Klaus Justen
Es gibt immer einen Grund für die Tankstellen-Multis, die Benzin- und Dieselpreise zu erhöhen. Durch den sensiblen Umgang mit dem Gaspedal können Autofahrer den Verbrauch um bis zu 20 Prozent senken, ohne dass der Fahrspaß leidet.
Den Autofahrern in Deutschland tränen die Augen: Richtung 1,70 Euro pro Liter bewegte sich der Superplus-Preis an den Tagen vor Ostern. Ärgern allein hilft nicht weiter. Man kann – und sollte – sich eine günstigere Tankstelle suchen. Innerhalb einer Stadt sind es schon mal fünf Cent pro Liter Unterschied zwischen günstiger und teurer Tankstelle, in Extremfällen auch mehr.
Was sich nicht lohnt, sind längere Umwege zu einer günstigen Tankstelle. Wer 15 Kilometer Umweg fährt und dabei einen Liter Diesel verbrennt, hat den größten Teil der Ersparnis schon wieder aufgezehrt. Wer es sich erlauben kann, sollte überdies schauen, an welchen Wochentagen er tankt. Zu diesem Ergebnis kam der ADAC vor einem Jahr. Montags ist Benzin und Diesel demnach im Schnitt drei Cent billiger als Freitags.
Kleine Änderungen im Fahrstil, großer Spareffekt
Das weitaus größere Sparpotenzial steckt aber im rechten Fuß. Wer seinen Fahrstil nur ein wenig ändert, kann glatt zehn, eher sogar zwanzig Prozent Treibstoff einsparen. Ganz nebenbei entlastet er auch die Umwelt. Das Schöne dabei: Der Fahrspaß muss nicht einmal leiden. Schon beim Anlassen beginnt das Sparen: Das Auto immer ohne Gas starten. Moderne Motorelektronik bringt den Motor mit wenig Sprit in Gang. Außerdem: Sitz, Spiegel und Lenkrad vor dem Start einstellen. Und natürlich den Gurt vor dem Dreh am Zündschlüssel anlegen.
Kräftig Gas geben, um zu sparen
Der nächste Tipp hört sich widersinnig an: Mit möglichst viel Gas beschleunigen. Denn dann ist die Drosselklappe weit geöffnet, und der Motor kann frei (und sparsam) atmen. Der Fachmann nennt das Volllast-Betrieb. Am sparsamsten arbeitet ein Motor bei Volllast und wenig Drehzahl. Also: Mit viel Gas beschleunigen und möglichst früh hochschalten. Moderne Motoren vertragen niedrige Drehzahlen ohne Probleme. Wer schon unterhalb von 2.000 Touren den höheren Gang einlegt und kräftig aufs Gaspedal tritt, spart am meisten.
Ist das Wunschtempo erreicht, dieses Tempo im höchstmöglichen Gang fahren. Nahezu alle Autos vertragen Tempo 50 im fünften oder sogar sechsten Gang. Erst wenn der Motor beginnt zu ruckeln, ist es Zeit zurückzuschalten. Die Schubabschaltung nutzen! Einspritzer-Motoren kappen die Kraftstoffzufuhr, wenn der Fahrer vom Gas geht. Dann bremst der Motor den Wagen ab, ohne einen Tropfen zu verbrauchen – erkennbar an der Verbrauchsanzeige des Bordcomputers (falls vorhanden). Die springt nämlich im Schiebebetrieb auf null. Wer auf eine rote Ampel zurollt und dabei auskuppelt, verbraucht soviel Sprit wie im Leerlauf.
Auch bei kurzen Ampelstopps: Abschalten lohnt sich
An der Ampel oder Bahnschranke gilt: Den Motor abstellen, nicht nur die Anwohner danken es. Eine Stunde Leerlauf kostet rund einen Liter. Auch bei kürzeren Stopps senkt das Abschalten des Motors den Verbrauch. Das erneute Starten (ohne Gas!) schadet der Technik nichts. Allerdings: Niemals während der Fahrt den Motor abschalten. Denn der Motor treibt die Servopumpe der Lenkung an und liefert den Unterdruck für den Bremskraftverstärker.
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